ESA-Astronomen haben mit KI über 800 neue kosmische Anomalien in Hubble-Bildern entdeckt

Von: Volodymyr Stetsiuk | heute, 01:22

Astronomen der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entdeckten über 800 bisher unbekannte kosmische Anomalien mit einem neuen auf künstlicher Intelligenz basierenden Tool. Das neuronale Netzwerk namens AnomalyMatch analysierte in weniger als drei Tagen fast 100 Millionen Bildfragmente aus dem Hubble-Teleskop-Archiv.

Was bekannt ist

Der Algorithmus wurde von den Forschern David O'Ryan und Pablo Gomez entwickelt. Er wurde darauf trainiert, mit dem Hubble Legacy Archive zu arbeiten – einer Datenbank, die zehntausende Beobachtungssätze aus den 35 Jahren Betrieb des Teleskops enthält. Die ESA weist darauf hin, dass das Datenvolumen so groß ist, dass eine manuelle Analyse mit der erforderlichen Detailgenauigkeit praktisch unmöglich ist.

Nach der anfänglichen Auswahl wurden die Ergebnisse von Wissenschaftlern überprüft. Insgesamt identifizierte das System etwa 1400 anomale Objekte, von denen über 800 zuvor nicht dokumentiert waren. Die meisten Funde sind Galaxien, die interagieren oder verschmelzen, sowie Gravitationslinsen, bei denen das Licht von entfernten Objekten durch massive Vordergrundgalaxien verzerrt wird.

Zusätzlich zeichneten die Forscher protoplanetare Scheiben, „quallenartige“ Galaxien und Objekte mit ungewöhnlich geformten Sternhaufen auf. Einige Dutzend Funde konnten überhaupt keinen bekannten Klassen zugeordnet werden. Laut den Projektverantwortlichen könnte AnomalyMatch in Zukunft zu einem effektiven Werkzeug zur Analyse großer astronomischer Archive werden.

Quelle: NASA