Auf Wiedersehen, Altpapier: „eCheck“ startet in Banking-Apps in der Ukraine

Von: Petro Titarenko | heute, 16:13

Es scheint, dass die Ära der verblassten Zettel, die sich im Laufe der Jahre in Geldbörsen und Taschen ansammeln, endlich zu Ende geht. Die Ukraine hat offiziell ein Pilotprojekt namens „eCheck“ gestartet, das darauf abzielt, Transaktionsdokumente in ein digitales Format zu übertragen. Anstatt darauf zu warten, dass ein Kassierer ein weiteres Stück Thermopapier druckt, finden Sie Ihre Quittung nun direkt in der Banking-App. Der Start der Initiative wurde von der ersten stellvertretenden Premierministerin und Wirtschaftsministerin Yulia Svyrydenko angekündigt.

Volkswirtschaft auf dem Quittungsstreifen

Auf den ersten Blick erscheint ein Papierbeleg trivial, aber im nationalen Maßstab ist es ein gewaltiger Kostenfaktor. Laut den vom Staatlichen Steuerdienst veröffentlichten Daten gaben ukrainische Unternehmer allein im letzten Jahr über 9 Milliarden Belege aus. Das Drucken eines solchen Dokuments kostet Unternehmen etwa 0,07 UAH. Wenn man die Gesamtsumme berechnet, ergibt sich ein Betrag von etwa 630 Millionen UAH jährlich. Dieses Geld wird buchstäblich zusammen mit dem Papier in den Müll geworfen, was kaum als effiziente Ressourcennutzung angesehen werden kann.

Das „eCheck“-Projekt zielt nicht nur darauf ab, Geschäftskosten zu optimieren, sondern auch einfach das Leben der Verbraucher zu erleichtern. Ein elektronisches Dokument hat die gleiche rechtliche Gültigkeit wie ein Papierdokument. Es kann für Rückgaben, Umtausch oder Garantieleistungen verwendet werden. Außerdem geht es nicht verloren, reißt nicht ein und verblasst nicht nach einem Monat in der Sonne.

Wer nimmt am Pilotprojekt teil

In der Anfangsphase haben sich die größten Akteure der Finanz- und Einzelhandelsmärkte der Initiative angeschlossen. Zu den Vorreiterbanken, die bereit sind, Ihre Ausgaben in digitaler Form anzuzeigen, gehören:

  • PrivatBank;
  • monobank;
  • PUMB (Erste ukrainische internationale Bank);
  • VST Bank.

Auch Einzelhandelsketten hinken nicht hinterher. Digitale Quittungen werden bereits in ‚Avrora‘, ‚Fora‘, Auchan-Geschäften und an ‚Ukrnafta‘ Tankstellen getestet. Während der Übergangszeit erhalten Kunden beide Versionen – digital und papierbasiert. Dies ermöglicht es, das System fein abzustimmen und sicherzustellen, dass die Server die Last bewältigen können, bevor Papierrollen der Geschichte angehören.

Umweltaspekt und Bisphenol

Neben den finanziellen Vorteilen hat der Übergang zu ‚eCheck‘ auch eine ernsthafte umweltpolitische Grundlage. Die meisten Belege werden auf Thermopapier gedruckt, das Bisphenol A oder Bisphenol S enthält. Diese Substanzen sind giftig, und das Papier selbst ist aufgrund seiner Zusammensetzung kaum recycelbar. Umweltaktivisten weisen seit langem auf die Schädlichkeit solcher ‚Abfälle‘ hin, und schließlich hat der Staat einen Schritt in Richtung moderner Standards gemacht. Das Aufgeben von Milliarden Papierbons wird die Umweltbelastung erheblich reduzieren und die Gesundheit der Handelsmitarbeiter schützen, die täglich mit diesem Papier in Kontakt kommen.

Für die Nutzer ist das Schema sehr einfach: Nach der Kartenzahlung (offline oder online) erscheint die Quittung automatisch in der Transaktionshistorie. Dies ist viel praktischer, als Papierarchive für die Haushaltsbuchführung zu sammeln. Übrigens beschleunigt sich die Digitalisierung von Dienstleistungen in der Ukraine in allen Bereichen – zum Beispiel hat monobank kürzlich sein ‚mini-OLX‘ namens monoMarket gestartet, das den Verkauf von Artikeln direkt in der App ohne unnötigen Nachrichtenspam ermöglicht.