Volvo und CMA CGM verkauften ihre Anteile an Renault im Flexis-Elektro-Van-Joint-Venture

Von: Volodymyr Kolominov | gestern, 21:57

Renault wird die Anteile seiner Partner im Flexis Mobility Joint Venture aufkaufen und alleiniger Eigentümer werden. Der Deal erfolgt, während das erste Modell auf den Produktionsstart vorbereitet wird.

Was ist bekannt

Renault unterzeichnete eine Vereinbarung zum Kauf von 45 % der Anteile von der Volvo Group und 10 % von CMA CGM. Der Abschluss des Deals wird in der ersten Hälfte des Jahres 2026 nach kartellrechtlichen Genehmigungen erwartet. Das Flexis-Joint-Venture wurde 2024 gegründet.

Renault betonte in einer Pressemitteilung, dass die Änderung der Eigentümerstruktur die Zeitpläne und Ziele des Projekts nicht beeinträchtigen wird. Die Produktion des ersten von drei geplanten Modellen – Renault Trafic Van E-Tech electric – soll bis Ende 2026 im Werk in Sandouville, Frankreich beginnen.

Die Flexis-Plattform basiert auf einem „Skateboard“-Prinzip. Sie sieht die Platzierung der Batterie an der Basis der Karosserie vor. Das 800-Volt-Elektriksystem ermöglicht es, die Batterien in nur 20 Minuten von 10 % auf 80 % aufzuladen. Es verwendet auch eine sogenannte softwaredefinierte Fahrzeugarchitektur. Dies vereinfacht die Implementierung von Netzwerkverbindungsfunktionen, drahtlosen Updates und die Integration mit Logistikdiensten. Drei Versionen befinden sich in der Entwicklung: Step-in-Van, Cargo-Van und Panel-Van.


Zukünftige Flexis-Modelle. Foto: Flexis Mobility

Die Volvo Group wird weiterhin als Distributor am Projekt teilnehmen. Über ihre Renault Trucks-Abteilung wird das Unternehmen die Flexis-Linie ab 2027 verkaufen. CMA CGM wird das Projekt nach Abschluss des Deals vollständig verlassen.

Der Aktienrückkauf folgt auf den Abschied von Renault-CEO Luca de Meo im Juni 2025, der die Elektrifizierung aktiv förderte. Sein Nachfolger, François Provost, behielt die Hauptstrategien bei, konzentrierte sich jedoch auf Effizienzsteigerungen und Risikominderung. Im Fall von Flexis gewinnt Renault die direkte Kontrolle über die Softwareentwicklung und Produktionspläne.

Dies ist das zweite Projekt, das das Unternehmen 2026 unter direkte Führung bringt. Im Januar kündigte Renault Pläne an, die Ampere-Abteilung, die für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen und Softwarelösungen geschaffen wurde, bis Mitte 2026 wieder in die Konzernstruktur zu integrieren. Zuvor war geplant, Ampere an die Börse zu bringen, aber das Aktienangebot wurde aufgrund ungünstiger Marktbedingungen abgesagt.

Quelle: Automotive World