Vattenfall baut Hybrid-Kraftwerk: Wind und Sonne teilen sich die Leitung

Von: Paul Schmitt | heute, 13:51

In der Theorie klingt die Energiewende oft nach einem komplizierten Puzzle, bei dem am Ende immer ein Teil fehlt — meistens die Netzkapazität. Der schwedische Energiekonzern Vattenfall versucht sich nun an einer pragmatischen Lösung und hat in der Südeifel mit dem Bau seines ersten deutschen Hybrid-Projekts begonnen. Das Konzept ist so simpel wie effizient: Man nehme Windkraft, mische eine ordentliche Portion Photovoltaik unter und lasse beide über denselben Netzanschluss laufen.

Zwei Welten, ein Kabel

Das Projekt mit dem Namen Hommerdingen-Biesdorf entsteht unweit der luxemburgischen Grenze im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Hier werden vier Windräder des Herstellers Enercon mit einer Gesamtleistung von 17 MW durch eine Solaranlage mit über 12.000 Modulen ergänzt. Letztere steuert weitere 7.6 MWp bei, was eine Gesamtkapazität von 24.6 MW ergibt. Das Besondere daran ist nicht die schiere Größe, sondern die technische Zusammenführung. Anstatt für den Solarpark eine eigene Infrastruktur zum nächsten Einspeisepunkt zu legen, wird der Strom einfach über den bestehenden Anschluss des Windparks in das Netz des Betreibers Westnetz geleitet.

Rein bürokratisch und technisch wird die Solaranlage dabei quasi wie eine zusätzliche Windkraftanlage behandelt. Das spart nicht nur Baukosten, sondern schont auch die Ressourcen der Netzbetreiber, die ohnehing händeringend nach Wegen suchen, die schwankende Einspeisung erneuerbarer Energien zu bändigen. Da der Wind oft nachts oder im Winter kräftiger weht, während die Sonne vorzugsweise zur Mittagszeit liefert, ergänzen sich die beiden Quellen fast schon unheimlich gut. Die Auslastung des Netzanschlusses wird so deutlich gleichmäßiger, ohne dass man die Leitungen für seltene Spitzenlasten massiv überdimensionieren muss.


Energiepark Haringvliet. Quelle:Vattenfall

Erprobte Taktik aus den Niederlanden

Vattenfall erfindet das Rad hier nicht völlig neu, sondern exportiert ein Modell, das in den Niederlanden bereits Schule macht. Im dortigen Energiepark Haringvliet kombiniert das Unternehmen sogar Wind, Sonne und Batteriespeicher. In Deutschland ist man vorerst etwas zurückhaltender: Speicher sollen hierzulande vor allem dort nachgerüstet werden, wo es die lokalen Gegebenheiten und die Wirtschaftlichkeit erlauben. Das Ziel in der Südeifel ist klar gesteckt: Ab Herbst 2026 soll die Anlage am Netz sein und zeigen, dass Hybrid-Lösungen im Energiesektor die logische Antwort auf begrenzte Netzkapazitäten sind.

Während Vattenfall im großen Stil Energiequellen bündelt, gibt es auch im Kleinen spannende Ansätze zur Multifunktionalität. Wer beispielsweise unterwegs nicht nur Strom, sondern auch eine stabile Verbindung braucht, sollte sich ansehen, wie Baseus mit der EnerGeek GX11 Powerbank und Router in einem Gehäuse vereint – ein Hybrid-Konzept für die Hosentasche.