Apple senkt App-Store-Gebühren für chinesische Entwickler unter regulatorischem Druck

Von: Volodymyr Stetsiuk | heute, 02:41

Apple hat eine Senkung der Provisionen für Entwickler im chinesischen App Store angekündigt. Die Entscheidung fiel nach Gesprächen mit der chinesischen Aufsicht. Die neuen Sätze gelten ab dem 15. März.

Das Wichtigste im Überblick

Laut Mitteilung des Unternehmens sinkt die Standardprovision für In-App-Käufe von 30 % auf 25 %. Die Änderung gilt für die chinesische Version des App Store auf Geräten mit iOS und iPadOS.

Auch für Entwickler in den Förderprogrammen für kleine Unternehmen und Mini-Apps reduziert Apple die Gebühren. Für sie fällt der Satz von 15 % auf 12 %. Das gilt sowohl für In-App-Käufe als auch für Abo-Verlängerungen nach dem ersten Nutzungsjahr.

Warum Apple jetzt handelt

Apple erklärt, man wolle das iOS- und iPadOS-Ökosystem für Entwickler in China attraktiver machen. Zugleich betont der Konzern, die Bedingungen müssten „fair und transparent“ bleiben. Die Provisionssätze im Land sollten zudem nicht über dem allgemeinen Tarifniveau anderer Märkte liegen.

Entwickler müssen den neuen Bedingungen vor dem 15. März nicht gesondert zustimmen. Die niedrigeren Gebühren werden automatisch angewendet. Analysten werten den Schritt als wichtiges Entgegenkommen gegenüber chinesischen Firmen. Hintergrund sind Berichte über eine Prüfung der App-Store-Provisionen durch die staatliche Aufsicht, die bereits im vergangenen Jahr begonnen hatte.

Was das für den Markt bedeutet

Für Entwickler in China ist die Änderung vor allem finanziell relevant: Sie behalten künftig einen größeren Anteil ihrer Einnahmen. Das könnte den Wettbewerb im App-Store-Ökosystem beleben und kleineren Anbietern etwas mehr Spielraum für Investitionen, Marketing oder niedrigere Endkundenpreise geben.

Für Apple ist der Schritt strategisch wichtig. China gehört zu den bedeutendsten Märkten des Konzerns. Zugleich zeigt die Entscheidung, wie stark große Plattformbetreiber inzwischen auf regulatorische Vorgaben reagieren müssen. Für Nutzer dürfte sich kurzfristig wenig ändern. Langfristig könnten jedoch mehr lokale Apps, bessere Angebote und stabilere Abo-Modelle die Folge sein.

Quelle: Apple