2 vs. 100 Millionen Euro: Wie die „Valkyrie“-Drohne die Luftwaffe radikal verändert

2 vs. 100 Millionen Euro: Wie die „Valkyrie“-Drohne die Luftwaffe radikal verändert
Eine Kratos XQ-58 Valkyrie Drohne im Flug. Quelle: AI

Die Bundeswehr sucht nach Freunden für ihre Kampfflugzeuge, und zwar nach solchen, die im Ernstfall bereitwillig den Kopf hinhalten. Airbus Defense and Space (Airbus Defense and Space) bereitet derzeit in Manching bei München die ersten Testflüge für das sogenannte „Loyal Wingman“-Konzept vor. Die Idee dahinter ist so simpel wie pragmatisch: Anstatt Millionen Euro teure bemannte Jets in die gefährlichsten Zonen der Luftverteidigung zu schicken, lässt man diese Arbeit von unbemannten Begleitern erledigen.

Ein amerikanischer Gast in Oberbayern

Als Basis für diese Versuche hat sich Airbus nicht etwa für eine Eigenentwicklung vom Reißbrett entschieden, sondern greift auf bewährte Technik aus Übersee zurück. Die Wahl fiel auf die Kratos XQ-58 Valkyrie des US-Unternehmens Kratos Defense Security Solutions (Kratos Defense Security Solutions). Zwei dieser reaktiven Drohnen befinden sich bereits in den Werkshallen in Manching und werden für die spezifischen Anforderungen der deutschen Programme umgerüstet. Die ersten Testflüge im bayerischen Luftraum sollen noch vor Ende des laufenden Jahres stattfinden.

Die Valkyrie ist das Paradebeispiel für eine „attritable“ Plattform – ein Begriff, der in der Militärsprache charmant umschreibt, dass ein Verlust des Systems finanziell und taktisch verschmerzbar ist. Sie ist stealth-optimiert, relativ kostengünstig in der Produktion und kann Aufgaben übernehmen, die für einen menschlichen Piloten schlichtweg das Todesurteil bedeuten würden.

„By combining the Kratos Valkyrie with our MARS mission system, we are offering the German customer exactly what Germany and Europe urgently need in the current geopolitical situation: a proven flying uncrewed combat aircraft with a sovereign European mission system that does not have to be developed from scratch in a time-consuming and costly manner“, sagt Marco Gumbrecht, Head of Key Account Germany bei Airbus Defence and Space und ehemaliger Eurofighter-Pilot der Luftwaffe.

Die digitale Leine: Litening 5 und KI

Damit der Eurofighter Typhoon (Eurofighter Typhoon) nicht nur als Begleitschutz dient, sondern zum fliegenden Kontrollzentrum wird, braucht es eine stabile Verbindung. Hier kommt die israelische Expertise ins Spiel. Gemeinsam mit Rafael Advanced Defense Systems (Rafael Advanced Defense Systems) modifiziert Airbus den bekannten Zielbeleuchtungsbehälter Litening 5. Was früher primär zum Markieren von Bodenzielen und zur Aufklärung diente, wird nun zu einem Hochleistungs-Datenlink umfunktioniert.

Dieses Upgrade ermöglicht es dem Piloten im Cockpit, die Drohnen-Gruppe fast wie in einem Echtzeit-Strategiespiel zu dirigieren. Die Steuerung erfolgt dabei nicht über einen simplen Joystick, sondern über ein KI-gestütztes System, das die Aufgaben autonom verteilt. Der Pilot gibt lediglich die Absicht vor, während die Algorithmen entscheiden, welche Drohne die Aufklärung übernimmt und welche als Köder für das feindliche Radar fungiert.

Kratos XQ-58 Valkyrie unbemannte Drohne
Kratos XQ-58 Valkyrie. Foto: Airbus

Die Valkyrie in Zahlen

  • Kosten: nur 2–4 Mio. € pro Stück (Eurofighter: 80–120 Mio. €) → für den Preis eines Jets bekommt man 25–40 Drohnen
  • Länge: 9,1 m | Spannweite: 8,2 m
  • Reichweite: über 5.000 km
  • Gipfelhöhe: 13.700 m (45.000 ft)
  • Attritable: Verlust ist finanziell und taktisch verkraftbar
  • Start: sogar von improvisierten Plätzen möglich

Kalkuliertes Risiko statt Heldenmut

Das Ziel dieses technologischen Aufwands ist die Schaffung eines vollwertigen Kampfsystems bis zum Jahr 2029. Es geht darum, die Überlebensfähigkeit der bemannten Flotte massiv zu erhöhen. In modernen Konflikten, in denen integrierte Luftverteidigungssysteme immer präziser werden, ist der klassische Alleinflug eines bemannten Jets fast schon nostalgisch. Die Airbus-Wingman-Strategie sieht vor, dass die Drohnen die gefährliche Vorarbeit leisten – sie dringen in den gegnerischen Luftraum ein, provozieren Reaktionen der Flugabwehr und sammeln Daten, während der bemannte Jet in sicherer Entfernung bleibt.

Dass Deutschland hierbei auf mehrere Projekte gleichzeitig setzt, zeigt den Druck, unter dem die Modernisierung der Luftwaffe steht. Das Konzept der unbemannten Begleiter ist längst keine Science-Fiction mehr, sondern eine Notwendigkeit, um in künftigen Szenarien überhaupt noch mitspielen zu können. Ob der Zeitplan bis 2029 hält, bleibt abzuwarten – in der Rüstungswelt ist Optimismus schließlich eine der teuersten Währungen.

Während Deutschland auf autonome Begleiter setzt, fokussiert sich die US-Army auf andere unbemannte Lösungen. Erfahren Sie mehr darüber, wie Damocles über dem Schlachtfeld durch neue Kamikaze-Drohnen von Textron die taktische Aufklärung verändert.

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