Amazon baut Podcast-Strategie um: Wondery aufgelöst, Video rückt in den Mittelpunkt

Amazon baut Podcast-Strategie um: Wondery aufgelöst, Video rückt in den Mittelpunkt

Amazon hat sein Podcast-Geschäft grundlegend umgebaut. Im August 2025 löste der Konzern das Podcast-Studio Wondery als eigenständige Einheit auf, strich dabei über 100 Stellen und verteilte die Inhalte auf zwei neue Strukturen. Für Hörerinnen und Hörer bedeutet das konkret: Narrative Serien wie Dr. Death oder Business Wars wandern zu Audible, während Creator-Shows unter einem neuen Dach landen.

Das neue Modell

Der neue Unternehmensbereich heißt Creator Services und wird von Matt Sandler geleitet. Er konzentriert sich nicht mehr auf reines Audio, sondern auf ein Bündel aus Video, Merchandise, Live-Veranstaltungen und Produktpartnerschaften. Als erstes Praxisbeispiel gilt der sogenannte Kelce Clubhouse, der im Januar 2026 startete: Rund um den Podcast New Heights der NFL-Spieler Jason und Travis Kelce bündelt Amazon Merchandise, einen Dokumentarfilm sowie Produktpakete für das Match-Erlebnis zu Hause. Zu den weiteren Partnern des Bereichs zählen die Moderatoren Dax Shepard und Keke Palmer.

Der Wondery-Markenname bleibt erhalten, allerdings nur noch als Label für Creator-geführte Sendungen. Die eigenständige Wondery+-App sowie das gleichnamige Abonnement (bislang rund 5,99 USD pro Monat) werden bis Ende 2026 eingestellt, berichtet InsideRadio. Bisherige Abonnenten können auf Audible Standard wechseln oder auf werbefinanzierte Angebote umsteigen.

Was das für den deutschen Markt bedeutet

Wondery war hierzulande nie so präsent wie auf dem US-Markt – die meisten deutschen Podcast-Hörer nutzen Spotify, YouTube oder die Mediatheken von ARD und ZDF. Audible, das in Deutschland eine starke Hörbuch-Basis hat, könnte durch die Integration der Wondery-Originals an Attraktivität gewinnen. Unklar bleibt, ob deutschsprachige Inhalte von der Auflösung betroffen sind und wie die Migration für bestehende Wondery+-Abonnenten konkret aussieht.

Der größere Trend

Amazons Schritt zeigt, wohin sich die Branche bewegt: Reine Audio-Werbung reicht nicht mehr als Erlösmodell. Wer als Plattform überleben will, braucht Creator mit eigener Community – und die Infrastruktur, um diese Community in zahlende Kundschaft zu verwandeln. Ob das Creator-Services-Modell über den US-Markt hinaus ausgerollt wird, hat Amazon bislang nicht kommuniziert.

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