Toyota und CATL bauen Batteriefabrik in Indonesien – Europa schaut zu
Toyota und CATL bauen gemeinsam eine Batterieproduktion in Indonesien auf – und das mit einem klaren Ziel: 76 Millionen Dollar fließen in ein Werk im Industriepark Karawang, das Hybridfahrzeuge künftig mit lokal gefertigten Batteriezellen versorgen soll. Der Lokalisierungsgrad soll dabei von derzeit acht Prozent auf 80 Prozent steigen – bis Ende 2026. Für deutsche Autofahrer ist das relevant, weil CATL längst kein Fremdwort mehr ist: VW, BMW und Mercedes beziehen Zellen vom selben Hersteller.
Das Vorhaben
Toyotas indonesische Fertigungsgesellschaft TMMIN (Toyota Motor Manufacturing Indonesia) schloss die Vereinbarung mit CATL am 20. April 2026 – dem 55. Jahrestag von TMMIN. Bislang werden im Karawang-Werk zwar bereits Batteriepacks für Modelle wie den Kijang Innova Zenix HEV oder den Yaris Cross HEV zusammengebaut, die eigentlichen Zellen kommen jedoch aus dem Ausland. Das ändert sich nun: TMMIN wird eine dedizierte Fertigungslinie innerhalb CATLs bestehendem 6,9-GWh-Werk in Karawang betreiben. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen fertige Batteriepacks und einzelne Komponenten auch exportiert werden – TMMIN wäre damit die erste Toyota-Tochter in Südostasien, die Batterien weltweit ausführt, so CarNewsChina.
Die Strategie dahinter
Indonesien ist kein Zufallsstandort. Das Land verfügt über die weltweit größten Nickelreserven – einen Rohstoff, der für Lithium-Ionen-Akkus unverzichtbar ist. CATLs umfangreicheres Indonesien-Projekt (Indonesia Battery Integration Project, IBIP) deckt die gesamte Wertschöpfungskette ab: von der Nickelförderung bis zum Batterierecycling. Toyota dockt mit seiner Investition an dieses Ökosystem an.
Der Schritt passt zur Mehrspurstrategie des Konzerns: Während westliche Hersteller stark auf reine Elektrofahrzeuge setzen, boomt in Indonesien die Nachfrage nach Hybridmodellen. 2025 stiegen die Verkäufe elektrifizierter Fahrzeuge dort um 71 Prozent auf 177.367 Einheiten – Hybride machen 76,5 Prozent davon aus, laut Tempo.
Was das für den deutschen Markt bedeutet
Für Hersteller hierzulande ist die Entwicklung ein Warnsignal. VW, BMW und Mercedes sind bei Batteriezellen stark von CATL abhängig – entweder über Direktimporte oder Joint Ventures. Mit dem Indonesien-Projekt zieht CATL zusammen mit Toyota eine weitere Lieferkette auf, die außerhalb der EU liegt. Gleichzeitig baut CATL eine Gigafabrik in Spanien (gemeinsam mit Stellantis, 4,3 Milliarden Dollar, angekündigt Dezember 2025) und betreibt bereits ein Werk in Ungarn. Ein europäischer Zellhersteller, der CATL im Volumen ernsthaft herausfordern könnte, ist nicht in Sicht. Die EU-Batterieverordnung setzt zwar Nachhaltigkeitsanforderungen, schafft aber keine alternative Versorgungsstruktur.
Toyota dagegen sichert sich mit der Indonesien-Investition eine regionale Produktionsbasis, die unabhängiger von einzelnen Lieferländern macht – genau das, woran es deutschen Autokonzernen zunehmend mangelt.