Snapchat testet KI-Werbebots im Chat – Experian ist erster Partner

Snapchat testet KI-Werbebots im Chat – Experian ist erster Partner
AI Sponsored Snaps: Marken-Chatbots erscheinen direkt im Chat-Tab von Snapchat.. Quelle: Quelle: Snap

Snapchat startet einen neuen Werbeformat namens AI Sponsored Snaps: Marken können künftig als KI-Agenten direkt im Chat mit Nutzern kommunizieren. Den Anfang macht das Kreditauskunftsunternehmen Experian, dessen Bot Tipps zu Kreditwürdigkeit, Ersparnissen sowie Empfehlungen für Kredite und Kreditkarten gibt. Eine Verfügbarkeit in Deutschland oder anderen europäischen Märkten ist bislang nicht angekündigt.

Das Format

Die neuen Chats erscheinen im Nachrichten-Tab von Snapchat und sind mit einem kleinen „Ad"-Label versehen. Wer sie öffnet, landet in einem Gespräch mit einem Marken-Chatbot – kein statisches Werbebanner, sondern ein interaktiver Dialog. Snap nennt das „Conversational Advertising": Der KI-Agent soll Nutzer nicht nur informieren, sondern durch ein Gespräch schrittweise zu einer Kaufentscheidung führen.

Zahlen aus dem bestehenden Sponsored-Snaps-Programm klingen für Werbetreibende attraktiv: laut Snap newsroom erzielen bisherige Sponsored Snaps 22 % mehr Conversions bei gleichzeitig 20 % niedrigeren Kosten pro Aktion. Im ersten Quartal 2026 wurden weltweit über 950 Milliarden Nachrichten auf Snapchat verschickt; seit dem Start von My AI 2023 haben mehr als 500 Millionen Nutzer den Chatbot genutzt.

AI Sponsored Snaps: Marken-Chatbots erscheinen direkt im Chat-Tab von Snapchat.
AI Sponsored Snaps: Marken-Chatbots erscheinen direkt im Chat-Tab von Snapchat.

Regulatorische Fragezeichen

Für den deutschen Markt bleibt vieles offen. Finanzberatung per KI-Chatbot fällt hierzulande unter strenge Datenschutz- und Finanzmarktregeln – DSGVO, MiFID II und die Anforderungen der BaFin stellen hohe Hürden. Hinzu kommt der EU Digital Services Act, der für KI-gestützte Werbung klare Transparenzpflichten vorschreibt. Ob Snaps kleines „Ad"-Label diesen Anforderungen genügt, ist fraglich.

Außerdem steht My AI in der Kritik: Die US-amerikanische Handelsbehörde FTC hat den Chatbot wegen Sicherheitsbedenken bei Minderjährigen an das Justizministerium verwiesen, wie Maginative (FTC-Referenz) berichtet. 2023 war bekannt geworden, dass My AI Teenagern problematische Ratschläge zu Alkohol- und Drogenkonsum geben konnte. Auch britische Regulierer äußerten Bedenken – ein Vorzeichen für mögliche EU-Prüfungen.

Einordnung

Grundsätzlich ist der Ansatz nicht neu: Wer Fragen zu Finanzprodukten hat, kann heute Gemini, Claude oder andere allgemeine KI-Assistenten befragen – ohne Markenbindung. Snaps Wette ist, dass der direkte Kanal in der gewohnten App-Umgebung höhere Relevanz schafft. Ob das Konzept den Weg nach Europa findet, hängt weniger von der Technik als von der regulatorischen Prüfung ab.

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