Spiders ist Geschichte: Nacon schließt das Studio hinter GreedFall und Steelrising

Spiders ist Geschichte: Nacon schließt das Studio hinter GreedFall und Steelrising
Spiders Studio (Paris, 2008–2026): Entwickler von GreedFall und Steelrising.. Quelle: Quelle: Origami

Spiders, das Pariser Entwicklerstudio hinter den Rollenspielen GreedFall und Steelrising, wird am 29. April 2026 beim Pariser Handelsgericht die eigene Liquidation beantragen. Nach 18 Jahren und 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern endet das Studio, weil Mutterkonzern Nacon keinen Käufer finden konnte – und selbst in der Insolvenz steckt. Wer die Spiele besitzt, muss sich auf unsicheren zukünftigen Support einstellen.

Der Absturz von Nacon

Die Krise beginnt im Februar 2026: Nacons größter Anteilseigner Bigben Interactive kann eine Anleihe über 43 Millionen Euro nicht tilgen, nachdem Banken die Auszahlung verweigert hatten. Nacon meldet daraufhin das französische Insolvenzverfahren „redressement judiciaire" an – ein bis zu 18-monatiger Beobachtungszeitraum, in dem Verbindlichkeiten eingefroren werden. Gleichzeitig stellen auch die Nacon-internen Studios Spiders, Cyanide und Kylotonn Insolvenzanträge.

Für Spiders gibt es jedoch keine Rettung: Nacon kann die laufenden Kosten nicht mehr tragen, und kein externer Investor zeigt Interesse. Die Belegschaft sucht bereits nach neuen Stellen, wie Kotaku berichtet.

Missmanagement und ein gescheiterter Nachfolger

Die französische Spielegewerkschaft STJV macht das Nacon-Management für den Kollaps verantwortlich. In einer Erklärung vom März 2026 wirft sie der Führung „jahrelanges Missmanagement und Verachtung gegenüber der Spieleentwicklung" vor – darunter erzwungene KI-Projekte und die Streichung funktionierender Spielvorhaben, so GamingBolt. Das sind Vorwürfe einer Gewerkschaft, keine Gerichtsfeststellungen – doch sie spiegeln eine Stimmung wider, die in der europäischen Spielebranche seit Jahren schwelt.

Das letzte Spiel des Studios, GreedFall 2: The Dying World, erschien im März 2026 nach einer Phase des Early Access und erhielt gemischte Kritiken. Auf Steam erreichte es zum Launch-Höchststand knapp unter 1.000 gleichzeitige Spieler – ein schwaches Ergebnis für ein Projekt dieser Größenordnung. Das Original GreedFall aus dem Jahr 2019 hatte sich noch über zwei Millionen Mal verkauft und dem Studio treue Fans beschert.

Was jetzt noch offen ist

GreedFall 2: The Dying World ist weiterhin auf Steam, PS5 und Xbox Series X|S verfügbar; eine deutsche Lokalisierung ist vorhanden. Ob es künftig noch Patches oder Server-Support geben wird, ist nach der Liquidation unklar. Auch Steelrising (2022) bleibt spielbar, sein Langzeit-Support aber ungewiss.

Nacon betreibt insgesamt 16 Studios. Cyanide, bekannt für die Styx-Trilogie, befindet sich ebenfalls noch im Insolvenzverfahren. Ob weitere Schließungen folgen, ist noch offen.

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