Ende der Magneten? Apple diskutiert Abschaffung von MagSafe im iPhone
MagSafe gehört seit dem iPhone 12 (2020) zum festen Bestandteil jedes iPhones – die eingebauten Magnete bilden die Grundlage für Ladegeräte, Halterungen und Powerbanks eines ganzen Zubehör-Ökosystems. Nun berichtet MacRumors, dass Apple intern darüber diskutiert, MagSafe künftig nicht mehr in allen iPhone-Modellen einzubauen.
Das Gerücht
Die Information stammt vom chinesischen Weibo-Leaker „Instant Digital", dessen Trefferquote als uneinheitlich gilt. Apple hat sich nicht geäußert. Als Begründung werden hohe Fertigungskosten genannt, die den Gewinn je verkauftem Gerät spürbar schmälern sollen.
Konkret geht es vor allem um das kommende iPhone Ultra – Apples erstes faltbares iPhone. Dummy-Modelle zeigen ein extrem flaches Gehäuse von nur 4,5 mm im aufgeklappten Zustand, was kaum Platz für das Magnetring-System lässt. Ob auch Standard-Modelle betroffen wären, bleibt unklar. Im Falle einer Entfernung würde Apple wohl den Weg von Samsung gehen und Magnete als separates Zubehör anbieten.
Der Rückschlag beim 16e
Dass Apple MagSafe für verzichtbar hält, hat einen Präzedenzfall: Das iPhone 16e kam 2025 ohne die Funktion auf den Markt – und erntete prompt scharfe Kritik. Bereits im März 2026 korrigierte Apple den Fehler: Das iPhone 17e (ab 599 US-Dollar) erhielt MagSafe zurück und wurde zudem mit doppeltem Speicher ausgeliefert. Die Botschaft der Nutzer war eindeutig.
Das Qi2-Problem
Was das Gerücht besonders fragwürdig macht: Apple selbst hat die Magnetausrichtungs-Spezifikation von MagSafe 2023 in den offenen Qi2-Standard des Wireless Power Consortium eingebracht. Qi2 ist inzwischen branchenweit etabliert – von Ladepads bis hin zu Fahrzeughalterungen für Smartphones aller Hersteller. Eine Abkehr von MagSafe würde dieses Ökosystem destabilisieren und Apples eigene Rolle als Taktgeber bei Ladestandards konterkarieren, wie AppleInsider analysiert.
Hinzu kommt: Das iPhone Air mit nur 5,64 mm Gehäusedicke behält MagSafe. Das zeigt, dass Platzmangel allein kein zwingender Grund für den Verzicht ist – es ist vor allem eine Designentscheidung. Ein iPhone Ultra ohne MagSafe zu einem geschätzten Preis von 2.400 bis 2.600 Euro auf dem deutschen Markt wäre schwer als Flaggschiff zu vermarkten.
Ausblick
Das Gerücht bleibt mit Vorsicht zu genießen. Doch die Tatsache, dass Apple MagSafe bereits einmal gestrichen und nach Nutzerdruck zurückgebracht hat, zeigt: Die Debatte ist real. Ob sie beim iPhone Ultra oder darüber hinaus konkreter wird, dürfte sich noch in diesem Jahr zeigen.