Apple begraben riesigen Falt-iPad für 3.900 Dollar – das Projekt bleibt ein Konzept

Von: Paul Schmitt | heute, 14:04

Apple hat die Entwicklung eines faltbaren 20-Zoll-Hybridgeräts aus MacBook und iPad offenbar eingestellt. Der Prototyp wog rund 1,6 Kilogramm, kostete im geplanten Verkauf etwa 3.900 Dollar – und der Markt für teure iPads zeigt ohnehin deutliche Schwäche. Wer auf ein iPad Ultra gehofft hat, wird wohl lange warten.

Das Gerät

Das Konzept war ambitioniert: ein vollflächiges OLED-Display mit 20 Zoll, das sich wie ein MacBook zusammenklappen lässt und aufgeklappt als riesiges Tablet fungiert – ohne physische Tastatur, ähnlich wie Huaweis Falt-Notebooks. Laut MacRumors iPad Ultra blieb das Hauptproblem ungelöst: Die Falte im Display ließ sich nicht ausreichend minimieren. Dazu kam das Gewicht von 1,6 kg – schwerer als das 14-Zoll MacBook Pro und fast dreimal so schwer wie das 13-Zoll iPad Pro. Bei einem Preisniveau von rund 3.900 Dollar war die Frage nach der Käuferschaft schwer zu beantworten.

Schwacher Markt, klare Konsequenz

Der eigentliche Grund für das Aus liegt tiefer. Die iPad-Sparte trägt laut Apple iPad revenue 2025 nur noch rund 6,7 Prozent zum Gesamtumsatz von Apple bei – und in Q3 2025 sanken die iPad-Einnahmen um 8 Prozent im Jahresvergleich, obwohl das M4 Pro-Modell gerade neu auf dem Markt war. Selbst aktuelle iPad-Pro-Geräte verkaufen sich in Deutschland hierzulande schwächer als erwartet; ein noch teureres Flaggschiff hätte dieses Problem kaum gelöst.

Bloomberg-Journalist Mark Gurman beschreibt das Projekt mittlerweile als „ungewöhnliches Experiment". John Ternus, der ab September 2026 als neuer Apple-CEO antritt, hatte das Vorhaben zwar als Priorität behandelt – doch mit dem Führungswechsel verlagert Apple den Fokus. Die Hardware-Engineering-Leitung übernimmt Johny Srouji; das Ultra-Branding wandert zu anderen Geräten.

Wohin das Budget fließt

Statt eines iPad Ultra plant Apple für Ende 2026 zwei andere faltbare Geräte: das iPhone Ultra mit faltbarem Display (geschätzte Preisklasse rund 2.000 Euro) sowie ein MacBook mit OLED-Faltdisplay. Beide Projekte gelten als weit fortgeschrittener und dürften ein größeres Käuferpublikum ansprechen als ein 1,6-Kilo-Tablet ohne Tastatur zu einem vierstelligen Preis. Das iPad Ultra hingegen bleibt vorerst ein Konzept – und möglicherweise für immer.