Virgin Galactic rollt neues Delta-Raumschiff aus – doch das Geld wird knapp

Virgin Galactic rollt neues Delta-Raumschiff aus – doch das Geld wird knapp

Virgin Galactic hat sein neues Delta-Raumschiff erstmals öffentlich gezeigt – das Gerät befindet sich seit April 2026 in der Bodentestphase, Flugversuche sind für das dritte Quartal geplant, der kommerzielle Betrieb für Ende 2026. Hinter dem Meilenstein steckt ein Unternehmen, das Geld schneller verbrennt als es einnimmt: Die Barreserven sind binnen eines Jahres von 982 Millionen auf 338 Millionen US-Dollar geschrumpft, wie Virgin Galactic im Quartalsbericht Q4 2025 bestätigte.

Das Raumschiff

Die Delta-Klasse ist gegenüber dem Vorgänger VSS Unity deutlich leistungsfähiger: bis zu acht Missionen pro Monat statt vereinzelter Flüge, zwölf Mal höhere Nutzlastkapazität. Jedes Ticket kostet 750.000 US-Dollar. Das Profil eines Fluges bleibt dasselbe wie bisher – Flughöhe 80 bis 90 Kilometer, wenige Minuten Schwerelosigkeit, Landung auf einer Startbahn. Gebaut wird das Gerät in Arizona, gestartet werden soll es zunächst vom Spaceport America in New Mexico. Für Europa läuft eine Machbarkeitsstudie über einen möglichen Standort in Süditalien – deutsche Standorte oder Partner sind nicht im Gespräch.

Die Finanzen

Das eigentliche Problem ist kein technisches. Ohne laufende Einnahmen und mit einer Burn-Rate von rund 64 Millionen US-Dollar pro Quartal bleiben Virgin Galactic rechnerisch weniger als anderthalb Jahre, um den kommerziellen Betrieb aufzunehmen. Rentabilität ist frühestens 2027 realistisch – und nur dann, wenn der Rampup tatsächlich gelingt. Die Aktie notiert derzeit bei rund 2,45 US-Dollar; auf dem Höhepunkt des Hypes lag der Kurs zeitweise über 1.000 US-Dollar.

Der einzige direkte Konkurrent im suborbitalen Tourismus ist vorerst vom Markt verschwunden: Blue Origin hat seinen New Shepard Anfang 2026 auf unbestimmte Zeit pausiert, um Kapazitäten für die NASA-Mondlandermission freizumachen – so CNN im Januar 2026. Virgin Galactic bleibt damit faktisch allein in einem Markt, der noch keinen Beweis seiner Tragfähigkeit erbracht hat.

Der Ausblick

Ob der Delta-Zeitplan hält, ist offen. Beim Vorgänger VSS Unity dauerten die Testphasen über zwei Jahre länger als angekündigt. Für Interessenten in Deutschland oder Österreich gibt es ohnehin keinen direkten Zugang: Verkauf und Abflug laufen ausschließlich über die USA, ein europäischer Standort bleibt Studienobjekt. Die kommenden Monate werden zeigen, ob das Raumschiff in der Luft überzeugt – und ob das Unternehmen bis dahin liquide bleibt.

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