OpenAI bringt virtuelle Haustiere in die Codex-App – Europa schaut zu
OpenAI hat seiner Codex-App eine unerwartete Funktion spendiert: animierte virtuelle Haustiere, die als schwebendes Overlay den Status laufender Aufgaben anzeigen. Die Funktion ist seit dem 1. Mai 2026 auf Windows und macOS verfügbar – allerdings nicht in der EU, nicht in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Eine Erklärung dafür liefert OpenAI bislang nicht.
Der Begleiter
Die Haustiere schreiben keinen Code, sind aber mehr als reines Beiwerk. Als Overlay zeigen sie an, woran Codex gerade arbeitet, ob ein Prozess läuft, wartet oder abgeschlossen ist – und wann der Nutzer eingreifen muss. Das spart das manuelle Wechseln zwischen Fenstern. Aufgerufen wird der Begleiter mit dem Befehl `/pet`, ausgeblendet ebenso. Acht Standardvarianten stehen bereit; wer einen eigenen Charakter entwerfen will, nutzt `/hatch`. Frühe Nutzer haben bereits Fantasiewesen und Variationen von Microsofts früherem Büroassistenten Clippy erstellt – diesmal mit echtem Nutzen statt Frustrationspotenzial.

Die virtuellen Haustiere erscheinen als schwebendes Overlay und zeigen den aktuellen Status von Codex-Aufgaben an.
Außerhalb der gesperrten Regionen läuft auch ein kurzer Wettbewerb: Die Ersteller der zehn beliebtesten selbst generierten Haustiere erhalten laut OpenAI 30 Tage ChatGPT Pro.
Die Sperre
Für Nutzer in Deutschland und der gesamten EWR-Region gilt: Die Funktion ist zum Start blockiert – zusammen mit Großbritannien und der Schweiz. Das bestätigt die OpenAI Entwickler-Dokumentation ausdrücklich, ohne Begründung oder geplantes Freigabedatum.
Das Muster ist bekannt. OpenAI hat ähnliche Verzögerungen bereits bei ChatGPT Memory und Computer Use in der EU verursacht, bevor diese Funktionen nachgezogen haben. Ob DSGVO-konforme Datenspeicherung, Telemetrie oder Anforderungen aus dem EU AI Act dahinterstecken, bleibt unklar – OpenAI äußert sich dazu nicht. Wie Engadget berichtet, ist die Funktion global für Windows und macOS ausgerollt, mit eben dieser regionalen Ausnahme.
Wie es weitergeht
Einen offiziellen Zeitplan für den Start in der EU gibt es nicht. Enterprise- und Business-Konten könnten möglicherweise früher Zugang erhalten – das ist aber reine Spekulation. Wer die Funktion jetzt testen will, muss entweder auf ein US-amerikanisches Konto ausweichen oder abwarten. Für den typischen Codex-Nutzer hierzulande ändert sich vorerst nichts – die eigentliche Frage ist, warum ein animiertes Maskottchen überhaupt regulatorische Hürden auslöst.