Segway Xaber 300: Dakar-erprobtes Elektro-Enduro für 5.300 Dollar

Von: Paul Schmitt | heute, 10:23

Segway ist vor allem für seine selbstbalancierenden Scooter bekannt – doch mit dem neuen Xaber 300 tritt das Unternehmen in ein völlig anderes Terrain: ein vollwertiges Elektro-Enduro-Motorrad, das auf einem Dakar-Rennprototypen basiert. Der US-Marktstart ist für den 15. Mai 2026 zum Preis von 5.299,99 Dollar geplant; wann das Gerät nach Deutschland kommt, ist bislang nicht bekannt.

Technik und Aufbau

Die Zahlen sind beachtlich für ein 85 Kilogramm leichtes Gefährt: 21 kW Spitzenleistung, Tempo 100 in 5,5 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von rund 97 km/h. Das Leistungsgewicht liegt bei 0,25 kW/kg – ein Wert, der laut Cycle News auf Augenhöhe mit etablierten Konkurrenten wie dem Sur-Ron Ultra Bee HP liegt.

Das Fahrwerk stammt vom italienischen Hersteller Marzocchi und bietet 220 mm Federweg – ausreichend für anspruchsvolles Gelände. Hydraulische Vierkolben-Bremssättel sorgen für die Verzögerung. Der 72-Volt-Akku mit 44 Ah Kapazität (3 kWh) basiert auf Samsung-Zellen und soll im sparsamsten Modus bis zu 100 km Reichweite ermöglichen. Im echten Geländeeinsatz sind realistischerweise rund 50 km zu erwarten.

Software statt Schalthebel

Statt mechanischer Schaltung setzt der Xaber 300 auf eine digitale Steuereinheit. Vier Fahrmodi – darunter ein „Beast"-Modus – lassen sich über ein 2,4-Zoll-TFT-Display einstellen. Dazu kommen Traktionskontrolle, Rekuperation und eine virtuelle Kupplung für jene, die das Feeling eines klassischen Motorrads bevorzugen. Besonders für Einsteiger interessant: ein Wheelie-Assistent, der per Software den optimalen Winkel beim Fahren auf dem Hinterrad kontrolliert und so das Sturzrisiko reduziert.

Laut RideApart ist das Gerät außerdem mit GPS, Geofencing und Over-the-Air-Updates ausgestattet. Ein Diebstahlalarm benachrichtigt den Besitzer direkt über die App.

Kein EU-Termin in Sicht

Der Xaber 300 geht am 15. Mai 2026 ausschließlich über autorisierte US-Händler in den Verkauf, wie NotebookCheck berichtet. Für Deutschland, Österreich und die Schweiz gibt es weder einen Starttermin noch bestätigte Preise. Segways typisches Rollout-Muster lässt einen Verzug von mindestens sechs bis zwölf Monaten gegenüber dem US-Start erwarten.

Auf dem deutschen Markt würde der Xaber 300 vor allem auf den KTM Freeride E-XC treffen – ein gut etabliertes Elektro-Enduro aus Österreich, das hierzulande bereits über ein breites Händlernetz verfügbar ist. Wer den Segway im Blick hat, sollte die Verfügbarkeit für den EU-Raum abwarten.