KI-Boom legt den Speichermarkt lahm: WD und Seagate ausverkauft bis 2028

KI-Boom legt den Speichermarkt lahm: WD und Seagate ausverkauft bis 2028

Western Digital und Seagate haben ihre Kapazitäten für Festplatten und SSDs bis 2027 bzw. 2028 praktisch vollständig an Großkunden aus der Cloud-Branche gebunden. Der KI-Hunger von Amazon, Google, Microsoft und Meta treibt diese Entwicklung: Datenzentren brauchen immer mehr Speicher für KI-Inferenz und riesige Datenpools – und sie sichern sich diesen Speicher jetzt Jahre im Voraus.

Die neuen Verträge

Das Geschäftsmodell hat sich grundlegend verändert. Statt Speicher über den Spotmarkt zu handeln, schließen die Hersteller heute Mehrjahresverträge über fünf Jahre ab. Western-Digital-CEO Irving Tan bestätigte gegenüber Tom's Hardware, dass die Laufzeiten aktueller Vereinbarungen bereits bis 2028 und 2029 reichen. Bei Western Digital – dem Mutterkonzern der Marke SanDisk – stammen laut Quartalszahlen inzwischen 89 Prozent der Umsätze aus dem Cloud- und Hyperscaler-Segment; das Privatkundengeschäft macht noch fünf Prozent aus. Seagate-Chef William Mosley ergab, dass die Nearline-Kapazitäten seines Unternehmens für 2027 nahezu vollständig vergeben sind – Verhandlungen für 2028 laufen bereits.

Nearline-Festplatten sind Speichermedien, auf die regelmäßig, aber nicht in Echtzeit zugegriffen wird – typisch für Archiv- und KI-Datenspeicher. Genau dieser Bereich ist der Engpass. Seagate produziert ausschließlich nach dem Build-to-order-Prinzip: Jeder Exabyte wird für einen konkreten Auftraggeber gefertigt.

Was das hierzulande bedeutet

Für Privatanwender und den Mittelstand in Deutschland sind die Folgen bereits spürbar. Systemintegratoren und IT-Dienstleister berichten von Lieferfristen bis ins dritte Quartal 2027 für größere Speicherbestellungen. Preise für Festplatten und SSDs sind in den vergangenen Monaten um 40 bis 60 Prozent gestiegen. Bei NAND-Flash-Wafern, dem Rohstoff für SSDs, liegt der Spotpreisanstieg laut Gamers Nexus sogar bei über 750 Prozent verglichen mit dem Niveau vom Sommer 2025 – Entspannung ist vor 2028 nicht in Sicht.

Auch deutsche Cloud-Anbieter wie Hetzner sind betroffen: Sie konkurrieren mit weit größeren Hyperscalern um ein Kontingent, das längst vergeben ist. Toshiba und Kioxia als mögliche Alternativen halten nur marginale Marktanteile und können den Ausfall nicht kompensieren.

Was jetzt zu tun ist

Wer in naher Zukunft größere Speicherkäufe plant – ob für einen NAS-Ausbau, ein kleines Unternehmensnetzwerk oder einen neuen Rechner – sollte nicht auf sinkende Preise warten. Das aktuelle Angebot im Handel ist begrenzt, und eine Trendwende zeichnet sich frühestens 2028 ab. Wer jetzt kauft, sichert sich zumindest die aktuellen Preise, bevor weitere Engpässe entstehen.

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