Adamastor Furia: Portugals erstes Hypercar tritt gegen Rimac und Koenigsegg an

Von: Paul Schmitt | heute, 14:42

Portugals erstes Hypercar hat seine dynamischen Erprobungsfahrten auf dem Portimão-Kurs abgeschlossen – ohne Probleme. Der Adamastor Furia kostet 1,6 Millionen Euro, wiegt nur rund 1.100 Kilogramm und wird auf genau 60 Exemplare limitiert. Wer sich für einen Koenigsegg oder Rimac interessiert, hat mit der Furia nun einen weiteren Kandidaten auf der Liste – vorausgesetzt, der Kauf lässt sich überhaupt organisieren.

Das Gerät

Adamastor wurde 2010 gegründet und hat sich seitdem als Ingenieur- und Compositespezialist einen Namen gemacht. Seit 2018 konzentriert sich das Unternehmen auf Straßenfahrzeuge. Diese Expertise zeigt sich im Kern des Furia: Ein Chassis aus Kohlefaser hält das Gewicht bei rund 1.100 Kilogramm (trocken). Das Unterboden-Design nutzt den Venturi-Effekt und presst das Fahrzeug bei 250 km/h mit über 900 Kilogramm Abtrieb auf den Asphalt – ein Wert, der in die GT3-Klasse gehört.

Das Triebwerk stammt aus dem Ford EcoBoost-Programm: ein 3,5-Liter-V6 mit Doppelturbo, 650 PS und 571 Nm Drehmoment. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 3,5 Sekunden. Die Wahl des Ford-Aggregats klingt ungewöhnlich für ein Hypercar, ist aber pragmatisch: Der Motor ist im Motorsport erprobt und verfügt über großes Tuningpotenzial.

Der Stand der Dinge

Prototyp Nummer 001 absolvierte im Mai 2026 ausgedehnte Testfahrten in Portimão. Laut CarBuzz gab es keine Zuverlässigkeitsprobleme, Telemetriedaten wurden erfolgreich ausgewertet. Das ist für ein Startup in dieser Phase ein bemerkenswerter Nachweis technischer Reife.

Langfristig plant Adamastor auch eine Rennversion. Eine Teilnahme an Langstreckenrennen wie dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans ist erklärtes Ziel, die FIA-Homologation für den Renneinsatz steht jedoch noch aus. Top Gear ordnet die Furia direkt neben Valkyrie und Pagani ein – ein ambitionierter Vergleich, der erst noch bewiesen werden muss.

Verfügbarkeit in Deutschland

Für Interessenten hierzulande bleibt vorerst eine entscheidende Frage offen: Adamastor hat Europa und die Vereinigten Arabischen Emirate als erste Zielmärkte genannt, aber weder einen deutschen Importeur noch einen offiziellen Vertriebspartner bekannt gegeben. Ob und wann die Furia auf dem deutschen Markt erhältlich sein wird, ist derzeit nicht bestätigt. Bei 60 geplanten Einheiten weltweit und einem Einstiegspreis von 1,6 Millionen Euro plus Steuern dürfte die Zielgruppe überschaubar sein – aber genau darin liegt das Konzept.