Sam Altman setzt alles auf eine Karte: Was das erste OpenAI-Smartphone können soll

Von: Paul Schmitt | heute, 13:30

OpenAI will ab der ersten Jahreshälfte 2027 ein eigenes Smartphone in Massenproduktion bringen – ein Jahr früher als bislang erwartet. Das berichtet Apple-Analyst Ming-Chi Kuo, dessen Lieferketten-Prognosen regelmäßig zutreffen. Bis Ende 2028 sollen 30 Millionen Geräte verkauft werden. Für Verbraucher bedeutet das: Das erste ernstzunehmende KI-first-Smartphone kommt nicht von Apple oder Google, sondern vom ChatGPT-Hersteller.

Der Chip

Das Herzstück des Geräts ist eine angepasste Version des MediaTek Dimensity 9600, gefertigt im TSMC-N2P-Verfahren – das entspricht dem 2-Nanometer-Klasse-Prozess, den auch kommende Apple-Chips nutzen werden. Ungewöhnlich: Sowohl MediaTek als auch Qualcomm sind an der Chip-Entwicklung beteiligt, wie GSMArena (5 May) berichtet. Qualcomm steuert vermutlich das Modem bei, MediaTek die Prozessor-Effizienz. Zwei separate Neuronalprozessoren (NPUs) trennen lokale Berechnungen von Cloud-Aufgaben: Einfache KI-Anfragen laufen direkt auf dem Gerät, komplexe Aufgaben gehen an OpenAIs Server. Dazu kommen LPDDR6-Arbeitsspeicher und UFS-5.0-Speicher – technisch auf der Höhe der Zeit für 2027.

Keine Apps, nur Agenten

OpenAI verfolgt ein anderes Konzept als herkömmliche Smartphones. Statt Apps sollen sogenannte KI-Agenten die Steuerung übernehmen: Software, die eigenständig Aufgaben ausführt, ohne dass der Nutzer durch Menüs navigieren muss. Kamera und Mikrofon liefern dabei kontinuierlich Kontext – was gerade passiert, wo man sich befindet, was gefragt wird. Das Gerät soll laut Kuo den „vollständigen Nutzerzustand" in Echtzeit erfassen. Hersteller ist Luxshare, bislang vor allem als Apple-Zulieferer bekannt, wie Root-Nation (5 May) festhält. Die Endspezifikationen sollen bis Ende 2026 oder Anfang 2027 feststehen.

Offene Fragen für Europa

Preise und Verfügbarkeit hat OpenAI bislang nicht bestätigt – auch nicht für Deutschland oder Österreich. Regulatorisch bleibt vieles unklar: Apple Intelligence ist in der EU wegen des Digital Markets Act bis heute eingeschränkt. Wie OpenAI die Anforderungen des DMA und des EU-KI-Gesetzes für ein eigenes Hardware-Ökosystem erfüllen will, hat das Unternehmen noch nicht erklärt. Das macht eine zeitgleiche Markteinführung in Europa 2027 unsicher. Für Verbraucher lohnt es sich, die Ankündigung im zweiten Halbjahr 2026 abzuwarten – dann sollen laut OpenAIs Kommunikationschef Chris Lehane erste offizielle Hardware-Details folgen.