Xbox schmeißt Copilot raus: KI-Chatbot für Konsolen und Mobile wird eingestellt
Xbox-Chefin Asha Sharma hat Copilot aus der Xbox-Plattform gestrichen: Der KI-Chatbot verschwindet aus der mobilen Xbox-App, der geplante Start auf Konsolen ist abgesagt. Die Beta lief seit Mai 2025 auf dem Smartphone, der Konsolenstart war für 2026 vorgesehen – jetzt ist beides vom Tisch.
Der Chatbot, den kaum jemand wollte
Copilot für Xbox sollte während des Spielens Tipps und Empfehlungen liefern – direkt aus der App oder später von der Konsole aus. Die Idee: ein KI-Assistent, der weiß, was man gerade spielt, und sofort hilft. In der Praxis konkurrierte das System mit einem bereits dichten Netz aus YouTube-Guides, Discord-Servern, Reddit und Wikis. Wie Windows Forum analysiert, hätte Copilot eine außergewöhnlich hohe Treffsicherheit gebraucht, um gegen diese etablierten Quellen zu bestehen – die hatte er offenbar nicht.
Sharma schreibt in ihrer Ankündigung, Xbox müsse schneller werden, die Community enger einbinden und die Arbeit für Nutzer und Entwickler vereinfachen. Funktionen, die diesem Ziel nicht dienen, werden gestrichen.
KI bleibt – nur anders
Das Ende von Copilot bedeutet keinen Rückzug von KI insgesamt. Sharma holt mehrere Führungskräfte aus Microsofts CoreAI-Einheit ins Xbox-Team. Deren Fokus liegt auf Ingenieursinfrastruktur, nicht auf Chatoberflächen. Als Beispiel für „KI, die richtig gemacht ist", nennt GeekWire die automatische Super-Resolution – eine Funktion, die Grafik im Hintergrund aufwertet, ohne dass der Nutzer etwas tun muss. Daneben soll KI künftig bei der Spielesuche und Personalisierung helfen.
Xbox needs to move faster, deepen our connection with the community, and address friction for both players and developers.
— Asha (@asha_shar) May 5, 2026
Today, we promoted leaders who helped build Xbox, while also bringing in new voices to help push us forward. This balance is important as we get the business…
Für Spieler hierzulande ändert sich im Alltag wenig: Copilot war nie wirklich sichtbar, und die Beta hatte in deutschen Gaming-Communitys kaum Spuren hinterlassen. Der Schritt passt aber zu einem breiteren Kurs: Xbox kämpft mit rückläufigen Zahlen – der Umsatz der Spielesparte fiel zuletzt von 5,7 auf 5,3 Milliarden US-Dollar, der Hardware-Umsatz brach um 33 Prozent ein. Sharma setzt erkennbar auf Fokus statt Breite.
Was als Nächstes kommt
Konkrete neue Produkte hat Sharma noch nicht angekündigt. Neben den KI-Infrastrukturplänen laufen Berichte über Project Helix und weitere Game-Pass-Anpassungen. Welche Auswirkungen das Ende von Copilot auf die PC-Version im Game Bar oder auf die ROG Xbox Ally hat, ließ Microsoft offen.