Apple zahlt $250 Millionen wegen Siri-Verzögerung – deutsche Käufer gehen leer aus

Von: Paul Schmitt | heute, 03:48

Apple hat sich in einem US-Sammelklageverfahren auf einen Vergleich über 250 Millionen Dollar geeinigt – weil das Unternehmen eine KI-gestützte Siri bewarb, die bis heute nicht existiert. Rund 36 Millionen iPhone-16- und iPhone-15-Pro-Nutzer in den USA können zwischen 25 und 95 Dollar pro Gerät beanspruchen. Deutsche, österreichische und Schweizer Käufer erhalten nichts, obwohl ihnen dieselben Funktionen versprochen wurden.

Das Versprechen

Apple präsentierte die neue Siri auf der WWDC 2024 als persönlichen Assistenten, der Kontext versteht, Aktionen in Apps ausführt und Nutzerdaten auf dem Gerät verarbeitet. Die Funktion wurde zentral in der weltweiten iPhone-16-Werbekampagne vermarktet – auch in Deutschland. Im März 2025 gab Apple offiziell bekannt, den Start auf unbestimmte Zeit zu verschieben, und zog die Werbevideos zurück. Fast zwei Jahre nach dem Anounce fehlen diese Funktionen noch immer.

Laut 9to5Mac können US-Nutzer ihre Ansprüche innerhalb von 45 Tagen ab dem 5. Mai 2026 einreichen. Der Vergleich enthält keine Schuldanerkennung von Apple – wie bei US-Sammelklagen üblich.

Der blinde Fleck für Europa

Für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz ändert sich nichts. Es gibt keine vergleichbare Sammelklage, und weder die deutschen Verbraucherschutzbehörden noch die EU-Kommission haben bislang Maßnahmen gegen Apple eingeleitet, wie EuroWeekly News bestätigt.

Erschwerend kommt hinzu: Apple Intelligence ist in der EU aufgrund des Digital Markets Act (DMA) weiterhin eingeschränkt verfügbar. Die kontextbezogenen Siri-Funktionen bleiben in Europa blockiert – ein Datum für die Freigabe steht nicht fest. Wer in Deutschland ein iPhone 16 bei Saturn, MediaMarkt oder einem Mobilfunkanbieter gekauft hat, nutzt ein Gerät, dessen beworbene KI-Hauptfunktion nach wie vor fehlt.

Wie es weitergeht

Apple arbeitet laut MacRumors an einer überarbeiteten Siri, die auf Google-Gemini-Modellen basiert und mit iOS 27 erscheinen soll – voraussichtlich nach der WWDC im Juni 2026. Ob und wann diese Version in Europa verfügbar wird, ist offen.

In der Zwischenzeit haben Samsung mit Galaxy AI und Google mit Gemini auf Android ihre KI-Assistenten bereits ausgeliefert. Apple hat durch die Verzögerung an Glaubwürdigkeit verloren – und europäische Nutzer haben bislang keine Möglichkeit, dies einzuklagen.