Meta schaltet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Instagram-Chats ab

Meta schaltet Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in Instagram-Chats ab

Seit dem 8. Mai 2026 können Instagram-Nutzer ihre Direktnachrichten nicht mehr Ende-zu-Ende-verschlüsseln. Meta hatte die Funktion seit Dezember 2023 optional angeboten, sie war jedoch tief im Menü versteckt und nie standardmäßig aktiv. Gerade in Deutschland, wo laut einer Proton-Umfrage 79 % der Befragten Verschlüsselung als „sehr wichtig" einstufen, dürfte die Entscheidung für Unmut sorgen.

Die Begründung

Meta nannte als offiziellen Grund die geringe Nachfrage: Nur ein Bruchteil der Nutzer führte Chats in Instagram überhaupt, und noch wenigere aktivierten die Verschlüsselung. Ein Unternehmenssprecher verwies darauf, dass WhatsApp weiterhin standardmäßig Ende-zu-Ende-verschlüsselt bleibt – wer vertraulich schreiben möchte, solle dorthin wechseln.

Das klingt plausibel, doch das Timing ist auffällig. Die Abschaltung erfolgte genau elf Tage vor Inkrafttreten des US-amerikanischen Take It Down Act am 19. Mai 2026. Dieses Gesetz verpflichtet Plattformen, bestimmte illegale Inhalte binnen 48 Stunden zu entfernen – technisch kaum umsetzbar, solange Nachrichten verschlüsselt sind. Wie Notebookcheck dokumentiert, macht die Entfernung der Verschlüsselung zugleich möglich, dass Meta Inhalte auf illegales Material scannt und die gewonnenen Daten für Werbezwecke nutzt.

Die europäische Dimension

Auf EU-Ebene ist das Thema brisant. Der Entwurf zu Chat Control 2.0 – der Plattformen zur Überwachung privater Nachrichten verpflichtet hätte – wurde nach öffentlichem Druck vorerst gestoppt. Die EU-Kommission plant jedoch für 2026 eine sogenannte „Technology Roadmap" zum Thema verschlüsselter Kommunikation und gesetzlichem Zugriff. Metas Schritt passt in dieses Umfeld: Während WhatsApp als Messenger-Plattform unter stärkerem Druck steht, war Instagram offenbar das schwächere Glied.

Für Nutzer hierzulande ändert sich im Alltag wenig – Instagram war nie ein ernsthafter Messenger. Wer Wert auf verschlüsselte Kommunikation legt, greift zu Signal oder WhatsApp. Dennoch ist der Rückzug ein Signal: Meta baut seine Datenbasis aus, und die Verschlüsselung war dabei im Weg.

Was Nutzer jetzt wissen sollten

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung sorgt dafür, dass Nachrichten nur auf den Geräten von Sender und Empfänger lesbar sind – weder der Anbieter noch Dritte können mitlesen. Ohne diesen Schutz kann Meta Instagram-DMs im Klartext einsehen, auswerten und für Werbung nutzen. Wer sensible Inhalte austauscht, sollte auf eine Alternative umsteigen.

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