Panasonic verschiebt 4680-Akkuproduktion erneut – und Tesla-Kunden zahlen den Preis
Panasonic hat die Massenproduktion seiner 4680-Akkuzellen zum zweiten Mal verfehlt – und wann die Zellen in großen Stückzahlen vom Band laufen, ist weiterhin offen. Das trifft vor allem Tesla, dessen Model Y in Europa bereits mit diesen Zellen bestückt wird, obwohl sie messbar schlechter abschneiden als die bisherigen Akkus.
Der Verzug
Die Zellen im zylindrischen 4680-Format gelten als vielversprechend: mehr Energie, potenziell niedrigere Kosten, einfachere Fertigung. Panasonic wollte ursprünglich noch im Geschäftsjahr 2024 mit der Serienproduktion beginnen. Dann rückte der Termin auf März 2026 – auch den hat das Unternehmen nicht einhalten können, wie Automotive World bestätigt. Einen neuen verbindlichen Zeitplan gibt es nicht. Panasonic wartet eigenen Angaben zufolge auf bindende Kundenbestellungen, bevor weitere Kapazitäten aufgebaut werden.
Parallel dazu sind die Ausbaupläne in den USA ins Stocken geraten. Ein geplantes drittes Werk wurde 2024 eingefroren, die Anlaufproduktion im Werk in Kansas verzögert sich ebenfalls. Stattdessen verlagert Panasonic einen Teil seiner 2170-Fertigungslinien in Richtung stationärer Energiespeichersysteme – ein wachsendes Geschäft mit Rechenzentren und Stromnetz-Infrastruktur.

Panasonic 4680-Akkuzellen: Serienproduktion erneut verschoben, neuer Zeitplan offen.
Was das für Käufer bedeutet
Das eigentliche Problem liegt nicht nur im Zeitplan, sondern in der Leistung der Zellen. Tesla verbaut 4680-Akkus bereits im Model Y für den europäischen Markt – ohne Käufer vorher ausdrücklich darüber zu informieren. Das Ergebnis: eine WLTP-Reichweite von 609 km statt der zuvor angegebenen 661 km mit dem LG-Akku, also rund 52 km weniger. Die Energiedichte liegt bei 244 Wh/kg gegenüber 269 Wh/kg beim Vorgänger – ein Rückstand von 13 Prozent, wie Electrek auf Basis unabhängiger Tests dokumentiert.
Für VW, BMW und andere Hersteller hierzulande spielt das 4680-Format derzeit keine unmittelbare Rolle – sie setzen auf eigene Zellstrategien oder LFP-Chemie. Doch das Scheitern von Panasonics Hochlaufplan zeigt, wie fragil die Lieferkette für Hochleistungszellen weiterhin ist.
Wie es weitergeht
Panasonic hat seine Umsatzziele für das Batteriegeschäft bereits zurückgezogen. Das einzige Fahrzeug, das die 4680-Zellen in nennenswertem Umfang nutzt, ist der Cybertruck – ein Nischenprodukt mit weit unter den angekündigten Verkaufszahlen. Solange Tesla keine großen Stückzahlen abnimmt, wird Panasonic die Investitionen in die neue Zelltechnologie nicht hochfahren. Ein Produktionsstandort für 4680-Zellen in Deutschland oder Europa ist nicht geplant; die einzige Fertigung läuft im japanischen Wakayama.