Jensen Huang: Elektriker und Klempner sind die wahren Gewinner der KI-Ära

Jensen Huang: Elektriker und Klempner sind die wahren Gewinner der KI-Ära
KI braucht reale Infrastruktur – und Menschen, die sie bauen. Illustration: KI. Quelle: Quelle: Nvidia

Der NVIDIA-Chef Jensen Huang hat Absolventen der Carnegie Mellon University einen unerwarteten Rat gegeben: Nicht Softwareentwickler, sondern Elektriker, Klempner und Bauarbeiter werden zu den größten Profiteuren der KI-Wirtschaft. Laut einer Randstad-Analyse vom März 2026 ist die Nachfrage nach Fachhandwerkern in den vergangenen drei Jahren um 27 Prozent gestiegen – Bauarbeiter um 30 Prozent, Schweißer um 25 Prozent, Elektriker um 18 Prozent. Für Deutschland, wo der Fachkräftemangel im Handwerk seit Jahren strukturell ist, trifft diese Beobachtung besonders hart.

Der Befund

Huang argumentiert, dass KI keine rein digitale Revolution ist. Für jeden Sprachmodell-Server braucht es ein physisches Rechenzentrum, eine gesicherte Stromversorgung und qualifizierte Techniker, die beides bauen und warten. „Künstliche Intelligenz schafft nicht einfach eine neue Computerindustrie – sie schafft ein neues Industriezeitalter", sagte Huang auf der Abschlussfeier. Büroberufe, die jahrzehntelang als krisensicher galten, stehen dagegen zunehmend unter Automatisierungsdruck.

KI braucht reale Infrastruktur – und Menschen, die sie bauen. Illustration: KI
KI braucht reale Infrastruktur – und Menschen, die sie bauen. Illustration: KI

Die US-Tech-Konzerne investieren 2026 zusammen rund 700 Milliarden Dollar allein in Rechenzentren und Infrastruktur – bestätigt Fortune (Mai 2026). Der eigentliche Engpass ist laut Randstad-Chef nicht die Chipversorgung, sondern der Mangel an Handwerkern, die diese Infrastruktur überhaupt aufbauen können.

Die Lage in Deutschland

Hierzulande fehlen bereits heute rund 250.000 Fachkräfte im Handwerk. Offene Stellen in der Bauelektrik bleiben durchschnittlich über 280 Tage unbesetzt – einer der längsten Vakanzzeiträume überhaupt, wie Heise Online (Januar 2026) berichtet. Eine McKinsey-Studie beziffert den Bedarf bis 2030 auf 130.000 Elektriker, 240.000 Bauarbeiter und 150.000 Bauleiter – allein für den KI-Infrastrukturausbau. Der demografische Wandel verschärft die Situation: Bis 2035 könnten laut Schätzungen bis zu sieben Millionen Fachkräfte fehlen.

Unternehmen wie Google und Bosch haben eigene Ausbildungsprogramme aufgelegt. Doch das Rekrutierungstempo bleibt deutlich hinter dem Planungsstand neuer Rechenzentren zurück. Laut einem DIHK-Bericht, den Sparkasse.de (April 2026) zitiert, nennen 44 Prozent der deutschen Unternehmen den Fachkräftemangel als konkretes Geschäftsrisiko – trotz allgemeiner Konjunkturschwäche.

Ausblick

Huangs Botschaft ist keine Romantisierung des Handwerks, sondern eine nüchterne Bestandsaufnahme: Ohne genug Elektriker, Bauarbeiter und Techniker verlangsamt sich der globale KI-Ausbau – unabhängig davon, wie leistungsfähig die Chips sind. Für Berufseinsteiger und Umsteiger in Deutschland bedeutet das konkret: Handwerksberufe mit Spezialisierung auf Energie- oder Rechenzentrumstechnik bieten aktuell überdurchschnittliche Beschäftigungssicherheit.

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