Meta soll Milliarden mit Betrugsanzeigen verdienen – jetzt kommt die Klage

Meta soll Milliarden mit Betrugsanzeigen verdienen – jetzt kommt die Klage

Der Landkreis Santa Clara in Kalifornien hat Meta verklagt – wegen mutmaßlicher Gewinne aus Betrugsanzeigen auf Facebook und Instagram. Laut der Klageschrift soll Meta jährlich rund 7 Milliarden Dollar mit sogenannten „Hochrisiko-Anzeigen" verdienen, die täglich 15 Milliarden Mal US-Nutzern ausgespielt werden. Besonders betroffen: ältere Menschen, die allein in Kalifornien im Jahr 2024 über 800 Millionen Dollar durch solche Betrugsmaschen verloren haben.

Die Vorwürfe

Kern des Verfahrens sind interne Meta-Dokumente, die Staatsanwalt Tony LoPresti als Beweis anführt. Sie sollen zeigen, dass Meta Betrügern Werbeplätze zu Premiumpreisen anbot, anstatt deren Anzeigen zu entfernen. Zudem habe das Unternehmen intern festgelegt, Anti-Betrugs-Maßnahmen zu begrenzen, sobald sie mehr als 0,15 Prozent des Umsatzes beeinträchtigten. Interne Projektionen legen nahe, dass betrugsrelevante Einnahmen 2024 sogar 16 Milliarden Dollar erreicht haben könnten, berichtet KQED. Es handelt sich laut LoPresti um die erste derartige Zivilklage eines lokalen Staatsanwalts in der US-Geschichte.

Meta wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte, im vergangenen Jahr mehr als 159 Millionen Betrugsanzeigen entfernt und mit Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet zu haben. Parallel dazu laufen ähnliche Klagen in Washington State, vom US Virgin Islands sowie der Consumer Federation of America – alle auf Basis derselben internen Unterlagen, so CBS SF.

Die europäische Dimension

Was in Kalifornien verhandelt wird, ist in Europa längst spürbar. Der EDMO-Bericht dokumentiert koordinierte Betrugskampagnen in 25 Ländern – mit lokalisierten Deepfake-Videos auf Deutsch, Französisch und Spanisch. Meta moderiert die Plattform für über 260 Millionen EU-Nutzer mit nur rund 5.500 Sprachmoderatorinnen und -moderatoren. Ob das mit dem Digital Services Act vereinbar ist, bleibt offen.

Bitdefender Labs beschreibt ein globales Netzwerk von Investitionsbetrügern, die Metas Anzeigensystem gezielt über Cloaking und gefälschte Domains umgehen – auch mit deutschsprachigen Zielseiten. Ein Madrider Gericht verurteilte Meta im November 2025 bereits zu 479 Millionen Euro wegen GDPR-Verstößen im Werbebereich. Ob deutsche oder österreichische Behörden nun ähnliche Schritte einleiten, ist bislang nicht bekannt.

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