Apple und Intel einigen sich: iPhone- und Mac-Chips bald aus den USA

Apple und Intel einigen sich: iPhone- und Mac-Chips bald aus den USA

Apple verlässt sich bald nicht mehr ausschließlich auf TSMC: Laut The Wall Street Journal haben Apple und Intel eine grundsätzliche Vereinbarung zur Chip-Fertigung getroffen. Damit endet nach rund einem Jahrzehnt die vollständige Abhängigkeit von dem taiwanischen Auftragsfertiger – ein Schritt mit weitreichenden Folgen für die globale Halbleiterindustrie, der auch Europa betrifft.

Der Hintergrund

Apple hatte Intel-Chips 2023 vollständig aus seinem Produktportfolio verbannt und alle Fertigungsaufträge an TSMC vergeben. Das war wirtschaftlich sinnvoll, brachte aber ein strukturelles Risiko: Nahezu sämtliche modernen Apple-Prozessoren entstehen in Südtaiwan – einem geopolitisch sensiblen Standort. Hinzu kommt, dass der rasant steigende KI-Bedarf von Nvidia die verfügbaren TSMC-Kapazitäten zunehmend beansprucht. Apple-Chef Tim Cook soll bei Analystenkonferenzen offen angesprochen haben, dass TSMC-Lieferengpässe iPhone- und Mac-Verkäufe gebremst haben.

Intel soll künftig Chips im Fertigungsverfahren 18A-P herstellen – einem neuen Prozessknoten, der laut SemiAnalysis ab Ende 2026 serienreif sein soll. Analysten zufolge wird Intel dabei zunächst Prozessoren für die Basis-iPhone-Modelle sowie für Mac und iPad übernehmen, während die leistungsstarken Chips für Pro-Varianten bei TSMC bleiben.

Bedeutung für Europa und Deutschland

Für Intel ist der Deal weit mehr als ein einzelner Kundenvertrag. Der Konzern befindet sich seit dem Amtsantritt von CEO Lip-Bu Tan Anfang 2025 in einer tiefgreifenden Umstrukturierung seiner Foundry-Sparte. Das Magdeburg-Werk – ein Investitionsprojekt im Volumen von 17 Milliarden Euro, für das Deutschland rund 11 Milliarden Euro Subventionen zugesagt hat – soll als zentraler Pfeiler europäischer Halbleiter-Eigenständigkeit dienen. Ein Auftrag von Apple verleiht Intels Foundry-Ambitionen erhebliche Glaubwürdigkeit und dürfte die politische Rückendeckung für das Magdeburg-Projekt weiter festigen.

Der EU-Chips-Act zielt darauf ab, den europäischen Anteil an der globalen Chip-Produktion bis 2030 auf 20 Prozent zu verdoppeln. Intels Fähigkeit, einen Kunden wie Apple zu gewinnen, ist ein Zeichen, dass dieser Plan nicht nur auf dem Papier existiert.

Politischer Rückenwind aus Washington

Mitgeholfen hat auch die US-Regierung: Handelsminister Howard Lutnick soll laut Medienberichten mehrfach persönlich mit Apple-Führungskräften zusammengekommen sein, um den Deal voranzutreiben. Die Trump-Administration hat ein klares Interesse daran, Chip-Fertigung zurück in die USA zu holen – Apple kommt diesem Wunsch nun mit einem konkreten Schritt entgegen.

Welche Produkte genau und in welchem Umfang Intel für Apple fertigen wird, ist noch nicht offiziell bestätigt. Endgültige Vertragsdetails und finanzielle Konditionen stehen ebenfalls noch aus.

Fügen Sie Gagadget zu Ihrem Google News-Feed hinzu Google News
var _paq = window._paq = window._paq || []; _paq.push(['trackPageView']); _paq.push(['enableLinkTracking']); (function() { var u='//mm.magnet.kiev.ua/'; _paq.push(['setTrackerUrl', u+'matomo.php']); _paq.push(['setSiteId', '9']); var d=document, g=d.createElement('script'), s=d.getElementsByTagName('script')[0]; g.async=true; g.src=u+'matomo.js'; s.parentNode.insertBefore(g,s); })();