Blue Origin liefert NASA Trainingsprototyp für Mondlandefähre

Blue Origin liefert NASA Trainingsprototyp für Mondlandefähre

NASA hat einen vollständigen Kabinenprototyp des Blue-Origin-Mondlanders Blue Moon Mark 2 erhalten – ein konkreter Hinweis, dass das Artemis-Programm trotz wiederholter Verschiebungen vorankommt. Das rund fünf Meter hohe Modell steht nun im Space Vehicle Mockup Facility des Johnson Space Center in Houston und soll schon bald für realitätsnahe Trainings genutzt werden. Für Raumfahrtinteressierte weltweit ist das ein Signal: Die USA kommen der ersten bemannten Mondlandung seit 1972 spürbar näher.

Der Prototyp

Das Modell bildet ausschließlich die Crew-Kabine ab, die im unteren Teil des Landers sitzt. Im vollständig montierten Zustand wird der Mark 2 rund 52 Fuß (etwa 16 Meter) hoch sein. Laut NASA-Ankündigung werden NASA und Blue Origin gemeinsam sogenannte Human-in-the-Loop-Tests durchführen: Missionssimulationen, Kommunikationstests mit dem Kontrollzentrum, Raumanzugprüfungen und Übungen für simulierte Mondausstiege. Das Ziel ist, Abläufe zu standardisieren, bevor Astronauten das echte Gerät besteigen.

Parallel dazu hat Blue Origin die unbemannte Variante Blue Moon Mark 1, auch „Endurance" genannt, bereits erfolgreich durch Vakuumkammertests am Johnson Space Center gebracht. Dieser Frachttransporter soll noch 2026 am lunaren Südpol landen und wissenschaftliche Ausrüstung liefern – ein wichtiger Praxistest vor dem bemannten Einsatz.

Wettbewerb und Zeitplan

Beim Artemis-Programm setzt NASA auf zwei kommerzielle Landersysteme: Blue Origin und SpaceX mit seiner Starship Human Landing System-Variante. Beide Unternehmen haben der Behörde bestätigt, die Anforderungen für ein Rendezvous-Manöver Ende 2027 erfüllen zu können, so Scientific American. Die Mission Artemis III wird allerdings nun zunächst im Erdorbit stattfinden – als Testlauf für das Andockverfahren mit dem Orion-Raumschiff. Die eigentliche Mondlandung ist erst für Artemis IV im Jahr 2028 vorgesehen.

Welches System zuerst landet, ist noch offen. Starship HLS ist deutlich größer (172 Fuß), kämpft aber mit der Komplexität der orbitalen Betankung. Blue Origin verfolgt mit Mark 1 und Mark 2 parallel zwei Entwicklungslinien – Fracht und Besatzung – und liegt beim Testfortschritt derzeit vorn.

Europas Rolle

Deutschland und Europa sind an Artemis beteiligt, jedoch nicht beim Lander selbst. Airbus Defence & Space in Bremen baut das European Service Module für Orion, das als Antriebseinheit dient. Eine eigenständige europäische Mondlandefähre existiert nicht, und die NASA HLS-Ausschreibung ist exklusiv an US-Unternehmen vergeben. Europas Beitrag bleibt damit auf Infrastrukturmodule beschränkt – technisch unverzichtbar, aber weit vom Rampenlicht der Mondlandung entfernt.

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