795 PS und „Auge Gottes": BYD bringt den Hiace 08 in Stellung

795 PS und „Auge Gottes": BYD bringt den Hiace 08 in Stellung
Heckleuchten im typischen BYD-Stil. Foto: MIIT. Quelle: Quelle: MIIT

BYD hat seinen Flaggschiff-Crossover Hiace 08 beim chinesischen Industrie- und Informationsministerium (MIIT) zertifizieren lassen – der letzte bürokratische Schritt vor der Serienproduktion. Das Fahrzeug kombiniert bis zu 795 PS, eine angegebene Reichweite von 900 Kilometern und ein autonomes Fahrsystem namens „God's Eye 5.0". Auf dem deutschen Markt ist der Hiace 08 bislang nicht angekündigt – und angesichts bestehender Hürden bleibt offen, ob das je passiert.

Die Abmessungen

Der Hiace 08 ist ein großes Fahrzeug: 5115 mm lang, 1999 mm breit, 1800 mm hoch – mit einem Radstand von 3030 mm. Angeboten werden Konfigurationen mit fünf oder sechs Sitzen, wobei die Sechssitzervariante mit Einzelsesseln in der zweiten Reihe klar auf Komfort ausgelegt ist. Zur Serienausstattung gehören Allradlenkung und Luftfederung, beides inzwischen Standard im chinesischen Premiumsegment.

Heckleuchten im typischen BYD-Stil. Foto: MIIT
Heckleuchten im typischen BYD-Stil. Foto: MIIT

Der Antrieb

Zwei Antriebsstränge stehen zur Wahl. Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 1,5-Liter-Turbobenziner mit zwei Elektromotoren: Die schwächere Version leistet 272 PS, die Allradvariante 544 PS. Rein elektrisch soll der Hybrid bis zu 300 Kilometer schaffen – genug, um den Alltag wochenlang ohne Tankstelle zu bewältigen.

Die Vollvariante fährt rein elektrisch mit zwei Motoren und 795 PS. Der Akku der zweiten Generation von BYDs Blade-Technologie soll 900 Kilometer Reichweite ermöglichen – gemessen nach dem chinesischen CLTC-Zyklus, der unter realen Bedingungen etwa 20 bis 30 Prozent optimistischer ausfällt als der europäische WLTP-Standard.

God's Eye und die offenen Fragen

Das autonome Fahrsystem „God's Eye 5.0" ist das technische Herzstück des Hiace 08. BYD bewirbt es als umfassendes ADAS-Paket mit leistungsstarker Sensorik und KI-gestützter Verarbeitung. Doch die Zuverlässigkeit älterer Versionen gibt Anlass zur Skepsis: Autoblog dokumentierte im März 2026 schwerwiegende Fehlfunktionen – darunter Phantombremsungen und unerwartete Beschleunigungen beim Modell U8. SBD Automotive sprach von einer Lücke zwischen Hardware-Versprechen und Software-Realität.

Für den deutschen Markt kommen weitere Bremsklötze hinzu. Laut S&P; Global belastet ein EU-Zusatzzoll von 17 Prozent chinesische Elektroautos – auf den Basiszoll von 10 Prozent gerechnet, ergibt das 27 Prozent insgesamt. BYD hat darauf reagiert, indem das Unternehmen in Europa verstärkt auf Hybridmodelle setzt, die vom BEV-Tarif verschont bleiben. Wie UC Berkeley CMR analysiert, kämpft BYD in Deutschland zusätzlich mit Überbeständen und einem Preisproblem: Der Atto 3 kostet hierzulande über 41.000 Euro – in China unter 20.000 Dollar.

Aussicht

Der Hiace 08 zeigt, wie ambitioniert BYD im Premiumsegment denkt. Ob das Modell jemals den Weg nach Deutschland findet, hängt von Homologationshürden, Tarifen und nicht zuletzt von der Glaubwürdigkeit des God's Eye-Systems auf europäischen Straßen ab. Vorerst bleibt der Hiace 08 ein chinesisches Projekt.

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