Huawei Pura 90 Pro Max: Durchsichtiger Sperrbildschirm per Echtzeit-Kamera

Huawei Pura 90 Pro Max: Durchsichtiger Sperrbildschirm per Echtzeit-Kamera
Huawei Pura 90 Pro Max: Der Sperrbildschirm nutzt die Rückkamera für einen Echtzeit-Transparenzeffekt.. Quelle: Foto: Huawei

Huawei hat Ende April 2026 die Pura-90-Serie vorgestellt, und das Topmodell Pro Max sorgt nun für Aufsehen – nicht wegen seiner Kamera oder Akkulaufzeit, sondern wegen eines ungewöhnlichen Sperrbildschirm-Effekts. Das Gerät wirkt beim ersten Blick wie halbtransparent, und der Trick dahinter ist überraschend simpel.

Das Prinzip

Der Tech-Blogger Ice Universe zeigte das Feature in einem Video auf X: Sobald der Sperrbildschirm aktiv ist, schaltet das Pura 90 Pro Max die Rückkamera ein und zeigt das Bild der Umgebung als Live-Hintergrundbild – leicht unscharf gerendert, sodass Uhrzeit, Datum und Benachrichtigungen klar lesbar bleiben. Das Ergebnis sieht aus, als würde man durch das Display hindurchschauen, laut Huawei Central ist es Teil des neuen HarmonyOS 6.1 mit einer transparenten Glas-Benutzeroberfläche und 3D-Echtzeit-Hintergründen.

Technisch steckt dahinter der hauseigene Kirin-9030S-Prozessor, der laut Huawei 25 Prozent mehr Leistung als die Vorgängergeneration liefert. Das Gerät kommt mit einem 6,9-Zoll-Display, 16 GB RAM, bis zu 1 TB Speicher, einem 6.000-mAh-Akku und Kunlun-Glas – bestätigt von GSMArena.

Verfügbarkeit und Einschränkungen

Für den deutschen Markt ist das Pura 90 Pro Max derzeit nicht erhältlich. Verkäufe laufen ausschließlich in China, wo der Einstiegspreis bei umgerechnet rund 780 Euro liegt und für die Topkonfiguration bis etwa 1.020 Euro reicht. Ein europäisches Verkaufsdatum wurde nicht angekündigt.

Zwei Punkte dämpfen die Begeisterung zusätzlich. Erstens läuft das Gerät ausschließlich mit Huaweis HMS-Ökosystem ohne Google Play – wer auf Apps wie Google Maps, WhatsApp aus dem Play Store oder YouTube angewiesen ist, steht vor einem echten Problem. Zweitens wirft der dauerhaft aktive Kamerabetrieb im Hintergrund Datenschutzfragen auf: Wie und wo der Kamera-Feed verarbeitet wird, hat Huawei bislang nicht offengelegt – ein Punkt, der im Hinblick auf den EU AI Act und die DSGVO relevant sein dürfte.

Einordnung

Der Effekt ist visuell beeindruckend und technisch interessant – ein echter Hingucker, der auf Messen oder in Werbespots funktioniert. Als praktischer Alltagsnutzen ist er begrenzt. Wer in Deutschland jetzt ein Premium-Flaggschiff sucht, greift eher zum Samsung Galaxy S25 Ultra oder Xiaomi 17 Ultra – beide mit vollständigem Google-Ökosystem und hierzulande erhältlich.

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