TikTok startet werbefreies Abo in Großbritannien – und Deutschland wartet

TikTok startet werbefreies Abo in Großbritannien – und Deutschland wartet
TikTok Ad-Free: Das neue Abo entfernt automatische Werbung, nicht aber gesponserte Creator-Inhalte.. Quelle: Quelle: Google

TikTok führt ab Mai 2026 in Großbritannien ein werbefreies Abonnement ein – für £3,99 im Monat, exklusiv für Nutzer ab 18 Jahren. Das klingt nach einem einfachen Angebot, ist aber vor allem eine Antwort auf britische Datenschutzgesetze, die Dienste verpflichten, persönliche Daten nur mit ausdrücklicher Zustimmung zu verarbeiten. Wer zahlt, gilt als einverstanden. Ein Rollout für Deutschland oder andere europäische Märkte ist bisher nicht angekündigt.

Das Modell

Das Abo entfernt automatisch geschaltete Anzeigen aus den Hauptbereichen der App. Gesponserte Inhalte von Creators bleiben jedoch sichtbar – auch wenn ein Video ausdrücklich als bezahlte Kooperation gekennzeichnet ist. Wer kein Abo abschließt, nutzt TikTok weiterhin kostenlos, aber mit personalisierten Anzeigen, die sich nicht vollständig deaktivieren lassen.

TikTok Ad-Free: Das neue Abo entfernt automatische Werbung, nicht aber gesponserte Creator-Inhalte.
TikTok Ad-Free: Das neue Abo entfernt automatische Werbung, nicht aber gesponserte Creator-Inhalte.

TikTok hatte ein ähnliches Modell bereits 2023 in einem englischsprachigen Markt getestet, laut TechCrunch kam es dort jedoch nie zum kommerziellen Start. Der UK-Launch ist damit die erste reguläre Einführung. Als Vergleich: Meta hat sein werbefreies Abo für Facebook und Instagram in Großbritannien bereits im September 2025 zu £3 pro Monat gestartet und damit den Preisrahmen gesetzt, den TikTok nun knapp übertrifft. YouTube Premium liegt in Deutschland bei €13,99 – ein deutlich höherer Betrag.

Regulatorischer Druck als Antrieb

Die Konstruktion des Abos ist kein Zufall. Der britische ICO hatte TikTok 2023 mit einer Strafe von £12,7 Millionen belegt, weil das Unternehmen Daten von rund 1,4 Millionen Kindern unter 13 Jahren ohne Einwilligung verarbeitet hatte. Das neue Bezahlmodell erlaubt es TikTok, die Zustimmung zur Datenverarbeitung als Teil des Vertrags zu verankern – statt sie separat einzuholen.

In Deutschland und der EU könnte genau dieser Mechanismus zum Problem werden. Der Digital Markets Act (DMA) schreibt Fairness bei der Wahlfreiheit auf Plattformen vor. Ein „Zahlen oder Zustimmen"-Modell könnte Aufmerksamkeit der Bundesdatenschutzbehörden oder des Bundeskartellamts auf sich ziehen, wie Explosion erläutert. Meta musste sein eigenes EU-Abo-Modell nach Kritik der Datenschutzbehörden anpassen.

Wann kommt es nach Deutschland?

Einen konkreten Zeitplan gibt es nicht. TikTok hat keinen DACH-Start kommuniziert. Der UK-Markt dient erkennbar als Testfeld, bevor das Modell auf den europäischen Kontinent ausgeweitet wird – vorausgesetzt, es besteht die regulatorische Prüfung. Nutzer in Deutschland können TikTok vorerst nur wie gewohnt nutzen: kostenlos, mit personalisierten Anzeigen.

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