Galaxy Watch 6 soll Ohnmacht bis zu 5 Minuten vorher erkennen

Galaxy Watch 6 soll Ohnmacht bis zu 5 Minuten vorher erkennen

Wer regelmäßig ohnmächtig wird, könnte künftig rechtzeitig gewarnt werden – mit einer Smartwatch am Handgelenk. Samsung und das Gwangmyeong-Krankenhaus der Chung-Ang University haben gemeinsam nachgewiesen, dass die Galaxy Watch 6 vasovagale Synkopen bis zu fünf Minuten im Voraus erkennen kann. Die Ergebnisse erschienen im European Heart Journal – Digital Health (Band 7, Ausgabe 4) – es ist die erste peer-reviewte Studie, die eine solche Vorhersage mit einem handelsüblichen Smartwatch-Modell belegt.

Die Technik dahinter

Grundlage ist der PPG-Sensor (Photoplethysmografie) der Galaxy Watch 6, der Licht ins Handgelenk sendet und die Durchblutung misst. Ein KI-Modell wertet daraus die Herzratenvariabilität (HRV) in Echtzeit aus und erkennt Muster, die einer Ohnmacht vorausgehen. In der Studie mit 132 Patientinnen und Patienten erreichte das System eine Genauigkeit von 84,6 %, eine Sensitivität von 90 % und eine Spezifizität von 64 %. Fünf Minuten Vorwarnzeit reichen, um sich hinzusetzen, in eine sichere Position zu kommen oder Hilfe zu rufen – und damit typische Folgeverletzungen wie Knochenbrüche oder Gehirnerschütterungen zu vermeiden.

Noch kein Feature, das man kaufen kann

Wichtig zu verstehen: Die Galaxy Watch 6 ist in Deutschland erhältlich, die Synkopen-Vorhersage ist darin jedoch nicht enthalten. Laut Samsung Global Newsroom Synkope-Studie handelt es sich ausschließlich um einen Machbarkeitsnachweis. Samsung hat weder einen Zeitplan für die Markteinführung genannt noch angekündigt, welche Modelle das Feature erhalten könnten.

Hinzu kommt die Regulierungsfrage. Geräte mit Prognose- oder Vorhersagefunktionen für medizinische Zustände fallen unter die EU MDR Prognose-Geräte-Klassifizierung als Medizinprodukt. Das bedeutet eine aufwendige Konformitätsbewertung, in Deutschland unter Aufsicht des BfArM. Samsung hat bisher keine Regulierungsstrategie für den europäischen Markt bekanntgegeben.

Was das bedeutet

Samsung positioniert die Forschung als Teil einer langfristigen Strategie: weg von der Behandlung von Beschwerden, hin zur Vorsorge. Vergleichbare Wege hat Apple mit seiner AFib-Erkennung für die Apple Watch bereits beschritten – das Feature durchlief in den USA ein eigenes Zulassungsverfahren. Für die Galaxy Watch steht ein solcher Schritt noch aus.

Die Studie liefert eine wissenschaftlich solide Grundlage. Bis das Feature tatsächlich auf einer Smartwatch im deutschen Handel landet, dürften aber noch Jahre vergehen.

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