Nano Nuclear und Supermicro wollen KI-Rechenzentren mit Mikroreaktoren betreiben

Nano Nuclear und Supermicro wollen KI-Rechenzentren mit Mikroreaktoren betreiben

Der Strombedarf moderner KI-Systeme wächst so schnell, dass das öffentliche Stromnetz an seine Grenzen stößt. Nano Nuclear Energy und der Serverhersteller Supermicro haben deshalb am 6. Mai 2026 eine Absichtserklärung unterzeichnet, um Mikroreaktoren direkt in KI-Rechenzentren zu integrieren. Laut der Internationalen Energieagentur könnte der Stromverbrauch von Rechenzentren bis 2030 von rund 485 TWh auf knapp 950 TWh steigen. Das Ziel ist ein vollständig netzunabhängiger Betrieb – eigene Atomkraft statt Abhängigkeit vom Netz.

Der Reaktor

Im Mittelpunkt steht Nano Nuclears KRONOS MMR: ein kompakter, gasgekühler Hochtemperaturreaktor mit rund 15 Megawatt Leistung. Das Gerät lässt sich per Lkw transportieren und soll mehr als 20 Jahre lang ohne Nachladung laufen. Supermicro bringt auf der anderen Seite Servertechnik, Kühlsysteme und Lifecycle-Services ein. Die Idee: Abwärme von Servern und Reaktor gemeinsam nutzen und so den Gesamtwirkungsgrad des Rechenzentrums deutlich verbessern. Das Modell wäre skalierbar – steigt der Rechenbedarf, kommt ein weiterer Serverblock und ein weiterer Reaktor dazu.

Das Risiko

Die Absichtserklärung ist ausdrücklich nicht bindend und verpflichtet keine der beiden Seiten zu konkreten Projekten oder Investitionen. Nano Nuclear hat bis Ende 2025 rund 64 Millionen US-Dollar Verlust angehäuft und bislang keinen nennenswerten Umsatz erzielt. Eine kommerzielle Zulassung durch die US-Nuklearaufsicht NRC gilt frühestens Anfang der 2030er-Jahre als realistisch – Branchenbeobachter halten selbst diesen Zeitplan für optimistisch. In Europa existiert kein Zulassungsantrag; welche Behörden in Deutschland oder Österreich zuständig wären, ist noch völlig offen.

Der Kontext

Der Trend zu Atomkraft für Rechenzentren kommt von ganz oben: Microsoft hat einen 20-Jahres-Stromliefervertrag über 837 MW mit dem Kraftwerk Three Mile Island geschlossen, Amazon einen 17-Jahres-Vertrag über 1,92 GW mit dem Susquehanna-Kraftwerk. Beide setzen aber auf bereits laufende Großreaktoren – nicht auf unerprobte Mikroreaktoren. Hierzulande spielen solche Überlegungen derzeit keine Rolle: Deutsche Rechenzentren decken ihren Bedarf über das bestehende Netz und Erneuerbare Energien. Siemens Energy und Rolls-Royce arbeiten zwar an SMR-Konzepten für den britischen Markt, doch europäische Ansätze unterscheiden sich stark von den US-amerikanischen Zulassungswegen.

Die Partnerschaft von Nano Nuclear und Supermicro ist ein interessantes Zukunftsszenario – aber vorerst nicht mehr als das.

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