OpenAI macht Mitarbeiter zu Millionären – bis zu 30 Mio. Dollar pro Person
OpenAI hat rund 600 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter zu Millionären gemacht – ganz ohne Börsengang. Im Oktober 2025 schloss das Unternehmen einen Sekundärverkauf von Unternehmensanteilen über insgesamt 6,6 Milliarden Dollar ab, bei einer Bewertung von 500 Milliarden Dollar. Etwa 75 Beschäftigte schöpften dabei ihr persönliches Limit vollständig aus: je 30 Millionen Dollar in bar.
Die Konstruktion
OpenAI erlaubt Mitarbeitern, ihre Unternehmensanteile in regelmäßigen Sonderverkäufen zu veräußern – also Liquidität zu schaffen, ohne dass das Unternehmen an die Börse gehen muss. Früher lag die Obergrenze pro Person bei 10 Millionen Dollar. Im Herbst 2025 hob OpenAI diese Grenze auf 30 Millionen Dollar an – laut Wall Street Journal gezielt, um Fachkräfte zu binden und neue Talente anzuziehen. Wer nach dem ChatGPT-Start Ende 2022 eingestiegen ist, konnte ebenfalls teilnehmen.
Das Ergebnis: Die durchschnittliche aktienbasierte Vergütung bei OpenAI liegt 2025 bei 1,5 Millionen Dollar pro Mitarbeiter – laut Fortune der höchste Wert in der Geschichte privater Technologieunternehmen, sechsmal höher als bei Google vor dem Börsengang 2004.
Der Druck auf den deutschen Markt
Für Unternehmen hierzulande ist das kein abstrakte US-Meldung. Meta und Google überbieten sich mit neunstelligen Vergütungspaketen für KI-Forscher – und ziehen damit Talente auch aus Europa ab. Deutsche Firmen wie Helsing, Bosch oder Siemens haben keine vergleichbaren Liquiditätsmechanismen: Wer als KI-Entwickler in Deutschland arbeitet, kann Unternehmensanteile meist erst nach einem Börsengang oder Verkauf zu Geld machen – und wartet dafür oft Jahre.
Das Gehaltsgefälle zwischen Deutschland und den USA wächst dadurch weiter. Während OpenAI Mitarbeitern bereits vor einem Listing Millionenbeträge auszahlt, bleibt das für die meisten deutschen Start-ups strukturell unmöglich. Eigenkapitalbeteiligungen sind hierzulande steuerlich und bürokratisch deutlich unattraktiver als im Silicon Valley.
Nachhaltigkeit fraglich
Kritisch zu beachten: Die aktienbasierte Vergütung verschlingt bei OpenAI einen erheblichen Teil der Einnahmen. Ob dieses Modell langfristig tragfähig ist, bleibt offen. Ein Börsengang würde weitere Liquidität schaffen – ist aber weiterhin nicht angekündigt. Bis dahin schafft OpenAI Fakten: Im globalen Wettbewerb um KI-Talente setzt das Unternehmen Maßstäbe, die europäische Konkurrenten kaum erreichen können.